Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Gänsefett.  —  Pflanzliche  Speisefette  und  -öle.

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4.  Im  übrigen  sind  hinsichtlich  der  Vermischung  des  Talges,  Oleomargarins  usw.
mit  minderwertigen  Fetten,  Wasser  und  dergl.,  des  Verkaufs  von  verdorbenen
Fetten  usw.  die  Beurteilungsgrundsätze  für  Schweinefett  in  sinngemäßer  Anwendung
zutreffend.
V.  Gänsefett.
a)  Das  Eingeweide-  und  Brustfett  der  Gänse  wird  in  vielen  Haushaltungen
wegen  seines  angenehmen  Geschmackes  als  Speisefett  verwendet  und  ist  auch  vielfach
im  Handel  verbreitet.  Es  ist  durchscheinend,  weiß  bis  blaßgelb  und  von  körniger
Konsistenz.  Wegen  seines  niedrigen  Schmelzpunktes  erhält  es  für  seine  Verwendung
als  Streichfett  im  Haushalte  vielfach  einen  Zusatz  von  Schweinefett.
b)  Die  Untersuchungsverfahren  des  Gänsefettes  sind  dieselben  wie  für
Schweinefett.  Ein  Nachweis  geringer  Zusätze  von  Schweinefett  zum  Gänsefett  ist
nach  den  bis  jetzt  bekannten  Untersuchungsverfahren  nicht  zu  erbringen.
c)  Das  Gänsefett  fällt  unter  die  Bestimmungen  des  Gesetzes  betr.  die
Schlachtvieh-  und  Fleischbeschau  vom  3.  Juni;  es  ist  daher  der  Zusatz  der
Frischhaltungsmittel  (Borsäure,  Formaldehyd  usw.,  vergl.  S.  571)  und  ein
solcher  von  Farbstoffen  —  sofern  sie  beim  Gänsefett  überhaupt  Anwendung
finden  sollten  —  verboten.
d)  Im  übrigen  sind  hinsichlich  der  Beurteilung  des  Gänsefettes  die  für
Schweinefett  maßgebenden  Grundsätze  in  sinngemäßer  Weise  zugrunde  zu  legen.
Außerdem  ist  ein  Zusatz  von  Schweinefett  zum  Gänsefett,  sofern  er  nicht  hinreichend
deklariert  wird,  als  eine  Verfälschung  des  Gänsefettes  anzusehen.

VI.  Pflanzliche  Speisefette  und  -öle.
Unter  den  pflanzlichen  ölen  kommt  vorwiegend  Olivenöl  als  das  am  meisten
geschätzte  Speiseöl  hier  in  Betracht;  ferner  aber  finden  als  Speiseöl  auch  Erdnußöl,
'  esam8 l,  Baumwollsamenöl,  Mohnöl,  Rüb-  (Raps-)  öl,  Bucheckernöl  und
o  ere  vielfache  Verwendung.  Von  festen  pflanzlichen  Fetten  dient  vorwiegend  das
°kosfett  zur  menschlichen  Ernährung.
dci  Probenentnahme  und  Vorbereitung  der  Öle  zur  Untersuchung.  „Aus
gut  durchmischten  Öl  vorrate  sind  mindestens  100  g  Öl  zu  entnehmen;  die  Öl-...
  en  s ind  in  reinen,  trockenen  Glasflaschen,  die  mit  Kork  oder  eingeriehenen  Glaspseln
  verschließbar  sind,  aufzuhewahren  und  zu  versenden.  Falls  die  Öle  ungelöste
si  ,  ail, fl e ^ 6  enthalten,  sind  sie  zu  erwärmen  und,  wenn  sie  dann  nicht  vollkommen  klar
>  durch  ein  trockenes  Filter  zu  filtrieren.“  (Amtliche  Anweisung  vom  1.  April  1898.)
na  l  Anhaltspunkte  für  die  Beurteilung.  1.  Die  Identifizierung  einzelner  der
ß  , s .  ®nd  beschriebenen  Fette  und  Öle,  soweit  sie  nicht  durch  besonders  kennzeichnende
Ionen  und  Eigenschaften  ausgezeichnet  sind,  sowie  der  Nachweis  von  Verfälschungen

sind  nicht

.  ..  ,-.„v  Bezüglich  der  Farbenreaktionen
immer  mit  vollkommener  Sicherheit  mog  >—  d  an  ” esehe n  werden  können  wenn
sei  nochmals  hervorgehoben,  daß  sm  nur  als  mSg  ^  aus geprägter,  jeden  Zweifel  aussie
  unter  strengster  Einhaltung  aller  Yorsc  Z M en  (Konstanten)  der  verschiedenen
schließender  Deutlichkeit  auftreten.  Die  «“ zel  .  ersehen,  in  die  auch  noch  einzelne
Fette  und  Öle  sind  aus  der  Tabelle  (S.  o42  oi  möglicherweise  bei  der  Be-Wer
  nicht  besprochene  Fette  Aufnahme  gefunden  haben,
nrteilung  eines  Fettes  in  Betracht  kommen  0I ’’\  A le  V0D  denen  das  Olivenöl  am  meis  en
2.  Gegen  die  Verwendung  dieser  Fet  e  u  .’, tg  e i nzu wenden,  falls  dieselben
geschätzt  wird,  für  die  menschliche  Ernährung  •  Verfälschung  anzusehen,  wenn
das  bezeichnet  werden,  was  sie  sind.  Es  ist  a  ei  a j B  solches  verkauft  wird,  mi
z -  B.  ein  Sesamöl  usw.,  welches  als  rein  oder  einfach
Baumwollsamenöl  versetzt  ist  oder  dergl.
            
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