Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Rindsfett  und  Hammelfett.

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y)  Bezüglich  des  Nachweises  von  Talg  im  Schweinefett  ist  folgendes  zu
bemerken:  Als  unterste  Grenze  ist  für  Schweinefett  nach  C.  A.  Neufeld  die  Jodzahl ­
  46  anzunehmen.  Schweinefette,  welche  eine  unter  diesen  Wert  fallende  Jodzahl
besitzen,  sind,  sofern  Kokosfett  und  Palmkernfett  sowie  größere  Mengen  freier
Fettsäuren  nicht  vorhanden  sind,  in  der  Regel  als  mit  Talg  verfälscht  anzusehen.
Rindstalg  hat  nämlich  die  Jodzahlen  36,6—40,0  und  Rindspreßtalg  bis  zu  17—20  herab.
Bezüglich  der  Verwendbarkeit  der  Kristallisation  des  „Talgstearins“  aus
ätherischer  Lösung  sei  auf  das  oben  (S.  576)  Gesagte  verwiesen.
d)  Stark  ranzige  und  sonstwie  ungenießbare  Schweinefette  sind  als  verdorben
zu  beanstanden.
e)  Durch  die  Ausführungsbestimmungen  D  zum  Fleischbeschau-Gesetz  vom
3-  Juni  1900  sind  besondere  Bestimmungen  für  die  Beurteilung  des  in  das  Zollmland
  eingehenden  Schweinefettes  und  Kunstspeisefettes  festgelegt  (vergl.
S.  571).
f)  Das  Färben  Schweinefett  enthaltender  Fettgemische  ist  auf  Grund  der
§§  4  und  21  des  Fleischbeschau-Gesetzes  vom  3.  Juni  1900  und  des  Bundesratsbeschlusses ­
  vom  18.  Februar  1902  verboten  (vergl.  S.  671).  —  Beim  Schweinefett ­
  selbst  und  beim  sog.  weißen  Kunstspeisefett  kommt  natürlich  ein  Färben  kaum
in  Frage.
g)  Der  Zusatz  von  Frischhaltungsmitteln  wie  Borsäure,  Formaldehyd  usw.
(vergl.  oben  S.  671)  zu  Schweinefett  enthaltenden  Fettgemischen  (Kunstspeisefetten)
ls t  auf  Grund  der  vorstehend  unter  f  aufgeführten  Paragraphen  des  Fleischbeschau-Gesetzes
  verboten.

IV.  Rindsfett  und  Hammelfett.

a)  Herstellung  und  Zusammensetzung.  1.  Rindsfett  (Rinderfett,
Rindstalg,  Rindertalg)  findet  teils  als  solches  im  Haushalte  für  Kochzwecke  Verwendung ­
  (Nierenfett),  der  größte  Teil  des  Rindstalgs  aber  wird  noch  besonders
raffiniert;  hierfür  wird  das  Eingeweidefett  (Bandelfett),  Herzfett,  Lungenfett,  Stichfett ­
  (d.  i.  Fett  der  Halsteile),  Taschenfett  (Fett  der  Genitalgegend)  und  Netzfett
verarbeitet.  Durch  Ausschmelzen  bei  60  bis  65°  und  Abgioßen  von  den  Vorreinigungen ­
  wird  der  Talg  raffiniert  (premier  jus).  Sodann  läßt  man  das  Fett
be i  etwa  30°  kristallisieren  und  preßt  bei  dieser  Temperatur  aus.  Der  Rückstand
(Preßtalg)  dient  zur  Kerzenfabrikation  und  zur  Herstellung  von  Kunstspeisefetten,
Während  das  abgepreßte  Fett  (Oleomargarin)  vorzugsweise  zur  Herstellung  von
Margarine  verwendet  wird.

2.  Hammelfett  (Hammeltalg).  Das  Fett  Jenfhauptsächfich
findet  als  Speisefett  weniger  Verwendung  als  das  Rindsfett,
z n  technischen  Zwecken.

•  ,i  v.1.  ;n  ihrer  chemischen  Zusammensetzung
Rindsfett  und  Hammelfett  sind  si'  niolrt  möglich  ist;  sie  bestehen
so  sehr  ähnlich,  daß  ein  Nachweis  des  einen  un  “  und  ölsäure .  W .  Hansen*)
vorwiegend  aus  Triglyzeriden  der  Stearin-,  ...  Talgsorten  verschiedene,  gesowie
  H.  Kreis  und  A.  Hafner 2 )  fanden  m  beiden  -
mischte  Triglyzeride.  ,  Hammelfettes.  Die  TJntersuchungsb)
  Untersuchung  des  Rinds-  u  f ..  u .. tter  Butterfett  und  Schweinefett,
verfahren  sind  im  allgemeinen  dieselben  wie  >
die  in  sinngemäßer  Weise  anzuwenden  sind.

2  £ rchiy  f -  Hygiene  1902,  42,  1.
)  Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-  u.  Genußmittel  1904,  7,  641.

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