Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Rohstoffe  und  Erzeugnisse  der  Zuckerfabrikation.

Stamm  er  setzt  zu  der  Zuckerkalkmilch  Phenolphthalein  als  Indikator  und
neutralisiert  ganz  genau  mit  Essigsäure;  die  neutralen  Lösungen  sind  für  die  Halbschattenapparate ­
  meistens  direkt  verwendbar,  für  die  anderen  Apparate  wird  Bleiessig ­
  in  geringer  Menge  zugefügt.
8.  Bestimmung  des  Kalkes  und  Strontians.  2—10  g  Saccharat  werden  unter
Zerreiben  mit  heißem  Wasser  (etwa  150  ccm)  versetzt  und  unter  Anwendung  von
Rosolsäure  oder  Phenolphthalein  als  Indikator  mit  Normal-Salpetersäure  oder  Normal-Salzsäure
  bis  zur  neutralen  Reaktion  titriert;  1  ccm  Normalsäure  entspricht  0,028  g
Kalk  oder  0,05175  g  Strontian.
Bei  Strontiansaccharat  pflegt  man  indes  die  Berechnung  auf  das  kristallisierte ­
  Strontiumhydroxyd  (Sr(OH) 2  +  8H 2 0)  zu  beziehen,  von  welchem  0,13275
=  1  ccm  Normalsäure  entsprechen;  man  pflegt  aus  dem  Grunde  wohl  750  ccm
Normalsäure  auf  1000  ccm  zu  verdünnen,  von  welcher  verdünnten  Säure  1  ccm
=  0,09934  g  oder  rund  0,1  g  kristallisiertes  Strontiumhydroxyd  entspricht.
4.  Bestimmung  der  Reinheit.  Unter  Reinheit  des  Zucker-  bezw.  Strontiankalkes
  ist  der  Zuckergehalt  auf  100  Teile  der  nach  Abscheidung  des  Kalkes  verbleibenden ­
  Trockensubstanz  zu  verstehen.
Zur  Ermittelung  der  Reinheit  muß  zunächst  der  Kalk  abgeschieden  werden.
Stammer  empfiehlt  für  den  Zweck  Zusatz  von  verdünnter  reiner  Phosphorsäurelösung ­
  unter  gewissen  Vorsichtsmaßregeln  bis  zur  neutralen  Reaktion  —  erkennbar
daran,  daß  die  frühere  gelbe  Farbe  in  eine  schmutzig-graue  übergeht  —,  Filtration
der  Flüssigkeit  durch  ein  Faltenfilter,  Polarisation  und  Wasserbestimmung  im  Filtrat.
Meistens  aber  wird  der  Kalk  durch  Einleiten  von  Kohlensäure  in  einen  Kolben,
in  welchem  sich  das  Saccharat  (etwa  200—300  g)  befindet,  und  durch  längeres
Erhitzen  der  mit  Kohlensäure  gesättigten  Flüssigkeit  im  Wasserbade  abgeschieden;
das  Filtrat  vom  abgeschiedenen  Calciumkarbonat  (dem  saturierten  Saft)  untersucht
man  dann  in  der  vorstehend  beschriebenen  Weise  auf  seinen  Gehalt  an  Wasser,  Zucker
und  Asche;  die  Differenz  der  Summe  dieser  von  100  wird  als  „organischer  Nichtzucker“ ­
  bezeichnet.
Bei  der  Asche  des  Filtrats  unterscheidet  man  zwischen  Kalkasche  und  Alkaliasche. ­
  Nachdem  man  einen  Teil  des  Filtrats  eingetrocknet  hat,  verbrennt  man  bei
dunkler  Rotglut,  zieht  die  Kohle  mit  Wasser  aus,  verbrennt  die  Kohle  nach  dem
Trocknen  vollständig,  zieht  den  Rückstand  nochmals  mit  Wasser  aus,  trocknet  denselben, ­
  glüht  und  bringt  ihn  als  Kalkasche  in  Rechnung.  Die  beiden  wässerigen
Filtrate  werden  gereinigt,  in  einer  Platinschale  auf  einem  Wasserbade  zur  Trockne
verdampft,  schwach  geglüht  und  als  „Alkalisalze“  gewogen.
Die  Zusammenstellung  der  für  den  saturierten  Saft  gefundenen  Ergebnisse  ist
etwa  folgende:

—

lu  100  Tellen  Saft  In  100  Teilen  Trockensubstanz  Auf  100  Teile  Zucker

°/o

°/o

kommen  °/ 0

Wasser  ....

.  .  73,20

—

Zucker  ....

.  .  22,80

85,10  (Reinheitsquotient)

—

Alkaliasche  .  .  .

.  .  1,11

4,14

4,87

Kalkasche  .  .  .

.  .  0,52

1,94

2,28

Organ.  Nichtzucker

.  .  2,37

8,82

10,39

V.  Scheideschlamm,

Prelsschlamm.

Diese  enthalten  stets  noch  mehr  oder  weniger  Zucker,  sowohl  frei  in  Lösung,
als  auch  in  Verbindung  mit  Kalk.
            
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