Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Rohstoffe  und  Erzeugnisse  der  Zuckerfabrikation.

Beides  kann  in  jeder  Fabrik  leicht  festgestellt  werden.  Meistens  ist  der  Gehalt  des
Schnitzelsaftes  mit  0,75  zu  multiplizieren,  um  den  Verlust  auf  Rüben  zu  finden.
Bezüglich  der  Untersuchung  der  ausgelaugten  Schnitzel  auf  Futterwert
vergl.  S.  256.
VII.  Schlempekohle  und  Abfalllauge  (als  Düngemittel  usw.).
a)  Schlempekohle.
Die  bei  der  Verarbeitung  von  Melasse  verbleibende  Schlempe  liefert  die  sog.
Sohlempekohle,  indem  die  Schlempe  eingetrocknet  und  der  krümelige  Rückstand  bis
zur  völligen  Verkohlung  erhitzt  wird.
Die  Schlempekohle  zieht  rasch  Wasser  an,  worauf  bei  der  Probenahme  und
Aufbewahrung  Rücksicht  zu  nehmen  ist.  Dieselbe  dient  zur  Darstellung  von
Kaliumsalzen;  ihr  Handelswert  ist  daher  vorwiegend  durch  den  Gehalt  an  Kali
bezw.  an  kohlensaurem  Kalium  bedingt.
Da  die  Schlempekohle  neben  dem  kohlensauren  Kalium  noch  kohlensaures
Natrium  enthält,  so  kann  man  den  Gehalt  an  ersterem  nicht  aus  dem  Gehalt  an
Kohlensäure  berechnen,  ebensowenig  aus  dem  Gehalt  an  Kalium  allein,  weil  dieses
auch  ferner  an  Chlor,  Schwefelsäure  usw.  gebunden  ist.  Es  muß  daher  für  die  meisten
Zwecke  eine  vollständige  Untersuchung  der  Schlempekohle  ausgeführt  werden,
1.  Wasser.  10  g  werden  bei  105—110°  bis  zur  Gewichtsbeständigkeit  getrocknet. ­

2.  Kohlensäure  (vergl.  unter  Mergel,  S.  102).
3.  Die  in  Wasser  unlöslichen  Stoffe.  20  g  werden  mit  etwa  200  ccm
Wasser  Ubergossen,  einige  Zeit  auf  dem  Wasserbade  erwärmt,  durch  ein  vorher
getrocknetes  und  gewogenes  Filter  in  einen  Liter-Kolben  filtriert  und  der  kohlige,
auf  das  Filter  gebrachte  Rückstand  hinreichend  mit  heißem  Wasser  ausgewaschen.
Der  Filterinhalt  wird  bei  105—110°  getrocknet  und  als  unlöslicher  Rückstand
gewogen.
4.  Untersuchung  der  wässerigen  Lösung.  Das  Filtrat  wird  nach  dem
Abkühlen  auf  1000  ccm  aufgefüllt  und  dient  zur  Bestimmung:
a)  des  Chlors:
50  ccm  werden  entweder  genau  mit  chlorfreier  Salpetersäure  neutralisiert  und
mit  1 / 10  N-Silberlösung  titriert,  oder  mit  Salpetersäure  im  Uberschuß  versetzt,
dann  kochend  mit  Silberlösung  gefällt  und  das  Chlorsilber  gewogen;
b)  der  Schwefelsäure:
200  ccm  des  Filtrats  werden  nach  dem  Ansäuern  mit  Salzsäure  in  üblicher
Weise  mit  Chlorbaryum  gefällt;
.  c)  der  Phosphorsäure:
300  ccm  des  Filtrats  dienen  nach  Übersättigung  mit  Salpetersäure  zur  Fällung
der  Phosphorsäure  mit  molybdänsaurem  Ammon  (vergl.  S.  150);
d)  des  Kalis  und  Natrons:
50  ccm  des  Filtrats  werden  mit  Salzsäure  übersättigt,  mit  etwas  Eisenchlorid
und  dann  kochend  mit  Chlorbaryum  versetzt;  das  Filtrat  dient  zur  Bestimmung
von  Kali  und  Natron 1 )  nach  S.  29  bezw.  157.
Bei  der  Umrechnung  auf  Salze  werden  Chlor,  Schwefelsäure  und  Phosphorsäure ­
  als  an  Kalium  gebunden  angenommen  und  der  Rest  auf  kohlensaures  Kalium
umgerechnet;  z.  B.:
J )  Man  kann  auch  von  der  Bestimmung  der  Gesamtalkalien  bezw.  des  Natrons  absehen
  und  letzteres  aus  dem  Rest  ungebunden  bleibender  Kohlensäure  berechnen.
            
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