Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Untersuchung  der  süßen  Maische.

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von  1  Teil  Jod  und  2  Teilen  Jodkalium  in  so  viel  Wasser,  daß  die  Flüssigkeit
braunrot  erscheint).  Um  das  Reagens  anzuwenden,  muß  man  erst  ein  klares  Filtrat
darstellen,  was  in  den  Brennereien  dadurch  erreicht  wird,  daß  man  die  Maische
durch  einen  langen,  strumpfartigen,  baumwollenen  Beutel  filtriert.
Auch  muß  die  Maische  vor  dem  Zusatz  der  Jodlösung  abgekühlt  sein;  auf
10  Volumen  Maischefiltrat  nimmt  man  1  Volumen  Jodlösung.
Die  verschiedenen  Übergangsstufen  der  Stärke  bis  zur  Maltose  werden  durch
die  Jodlösung  wie  folgt  gefärbt:
Lösliche  Stärke  =  blau,  i  Achroodextrin  \  _
Amylodextrin  =  violett,  |  und  Maltose  /  al  os "
Erythrodextrin  =  rot,
Eine  Blaufärbung  des  Maischfiltrates  bedeutet  also,  daß  der  Maischvorgang
noch  nicht  beendet  oder  total  verunglückt  ist,  eine  Rotfärbung,  daß  derselbe  zwar
begonnen  aber  nicht  normal  verlaufen  ist;  das  Ausbleiben  einer  Reaktion  beweist
dagegen  den  normalen  Verlauf  der  Zuckerbildung.
2.  Prüfung  auf  unaufgeschlossene  Stärke.  Man  füllt  einen  Filtrierbeutel  etwa
zur  Hälfte  mit  der  Maische,  preßt  unter  Zusammendrehen  des  Beutels  kräftig  ab,
füllt  den  abgepreßten  Anteil  mit  Wasser  in  einen  hohen  Zylinder  und  läßt  absitzen.
Die  unaufgeschlossene  Stärke  setzt  sich  zu  Boden  und  kann  nach  Abziehen  der
klaren  Flüssigkeit  vom  Bodensatz,  Anrühren  des  letzteren  mit  Wasser,  Wiederabsitzenlassen
  usw.  durch  Jodlösung  nachgewiesen  werden.
b)  Quantitative  Untersuchung.
1.  Bestimmung  der  iinaufgeschlosseneu  Stärke.  1000  g  Maische  (bezw.  1  1,
dessen  Gewicht  ermittelt  wird)  werden  in  eine  8—10  1  fassende  Flasche  gebracht,
mit  Wasser  fast  voll  gefüllt,  tüchtig  durchgeschüttelt  und  absitzen  gelassen;  nach
etwa  eintägigem  Stehen  wird  die  Flüssigkeit  abgezogen  und  diese  Behandlung  etwa
10-mal  wiederholt,  bis  alle  löslichen  Stoffe  (Maltose  und  Dextrin)  entfernt  sind.
Während  anfangs  24  Stunden  zum  Absetzen  notwendig  sind,  kann  man  später  in
24  Stunden  3-mal  abziehen.  Der  auf  diese  Weise  ausgewaschene  Rückstand  wird
a nf  ein  Filter  gebracht,  hier  weiter  mit  Wasser  und  zuletzt  mit  Alkohol  und  Äther
ausgewaschen.  Bevor  der  Äther  vollständig  verdunstet  ist,  trennt  man  den  Rückstand
v <>m  Filter,  läßt  ihn  nach  dem  Vortrocknen  bei  70—80°  luftrocken  werden  und
wägt  ihn.  Nach  dem  Pulvern  —  dasselbe  muß  sehr  fein  geschehen  —  wägt
man  einen  aliquoten  Teil  des  Rückstandes,  etwa  3  g,  ab  und  bestimmt  darin  die
Stärke  nach  S.  239,  während  in  einem  anderen  Teil  das  Wasser  durch  vollständiges
Austrocknen  bei  105°  bestimmt  wird  (vergl.  S.  254).
2.  Bestimmung  der  Saccharometergrade,  der  Maltose  und  des  Dextrins,  cc)  Ermittelung ­
  der  Saccharometergrade.  Die  vorher  abgekühlte  Maische  wird  erst
durch  einen  trocknen  wollenen  oder  leinenen  Spitzbeutel 1 )  koliert  und  dann  noch
womöglich  durch  ein  doppeltes  trocknes  Faltenfilter  filtriert.  Das  Filtrat  wird
mit  dem  Ballingschen  Saccharometer  untersucht,  indem  man  die  reine  trockne
Spindel  langsam  in  das  erst  auf  die  Normaltemperatur  (durchweg  17,5°  für  die
Aräometer)  gebrachte  Filtrat  senkt.
Das  Ballingsche  Saccharometer  gibt  direkt  den  Extraktgehalt  in  Prozenten  an.
J  Um  einer  Verdunstung  während  des  Filtrierens  vorzubeugen,  hat  Delbrück
einen  besonderen  Apparat  vorgeschlagen,  welcher  aus  4  kupfernen  Zylindern  von  je  10  cm
Durchmesser  und  45  cm  Höhe  besteht.  In  diese  Zylinder  werden  die  Filtrierbeutel  eingehängt ­
  und  während  der  Filtration  mit  kupfernen  Deckeln  verschlossen.
            
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