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Bier und seine Rohstoffe.
geschehen. Man sterilisiert ein Gefäß oder eine Düte von Filtrierpapier, sowie ein
dazu passendes Kuvert durch 3-stündiges Erhitzen auf 150° und übersendet beides
in einem zweiten Kuvert der betreffenden Brauerei. In die Düte wird mittels eines
reinen, wenn möglich Uber einem Lampenzylinder oder einem Spirituslämpchen
vorher sterilisierten Löffels rasch eine Probe der zu untersuchenden Hefe gegeben,
wobei die Düte die Flüssigkeit schnell aufsaugt. Diese gibt man nun in das
sterilisierte Kuvert und beide wieder in ein zweites Kuvert.
Soll Bier auf Hefetrübung untersucht werden, so gießt man nach gehörigem
Uraschütteln der Probe einen Teil desselben in ein Spitzglas und deckt dasselbe
mittels eines gut schließenden Deckels zu, oder man scheidet die Hefe durch
Zentrifugieren ab.
Bei der Probeentnahme aus Reinzuchtapparaten muß der Hahn, durch den
das Bier den Apparat verläßt, gründlich gereinigt werden. Aus jedem Apparat
werden kleine sterilisierte Flaschen von 25 ccm Inhalt gefüllt, und zwar die eine
mit dem zuletzt ablaufenden Bier, die andere mit der mit frischer Würze ungerührten
Hefe. Um die Kohlensäure möglichst entweichen zu lassen, werden die Proben
vor dem Versand am besten einen Tag mit einem sterilisierten Wattebausch verschlossen
stehen gelassen. Beim Versand tritt an seine Stelle ein abgebrannter Kork.
3. Ausführung der biologischen Hefenaualyse. a) Lindners Tröpfchenund
Adhäsionskultur. Zur Ausführung dieser Kulturen braucht man hohlgeschliffene
Objektgläser, Deckgläser,
Vaseline und Pinsel,
Zeichenfeder mit Halter und
sterilisierte Würze oder Bier.
Die Deckgläser werden erst
im Wasserstrahl, dann in
Alkohol zwischen den Fingern
gereinigt, mit einem Leinwandläppchen
abgerieben und
durch Flambieren oder durch
Einstellen der ganzen Schachtel
in den Lufttrockenschrank
sterilisiert. Für das Gelingen
der Tröpfchenkultur ist es
wichtig, daß die Deckgläser
einen leichten Fetthauch
tragen, wie er durch die beschriebene
Art der Reinigung
erzielt wird. Für Adhäsionskulturen
dagegen müssen die
Fig. 279. Tröpfchenkultur.
Die Nährlösung ist in gleichmäßig dünnen Strichen aufgetragen.
Fig. 280. Tröpfchenkultur im hohlen Objektträger.
Die Flüssigkeit ist in verschiedener Weise aufgetragen.
Gläser völlig fettfrei sein und dürfen deshalb nicht zwischen den Fingern gereinigt
werden. Um die Höhlung des Objektträgers, die mit einer kleinen Flamme so lange erhitzt
wird, bis das Kondenswasser um ihren Rand verschwunden ist, wird dann mit dem
steil gehaltenen Pinsel ein weniger breit als hoch angelegter Vaselinestreifen gezogen,
auf den man das Deckgläschen mit der abgebrannten Seite auflegt. Darauf wird
bei Anlage von Tröpfchenkulturen aus der in Würze oder Bier verteilten Hefe mit
einer an einem Glasstab oder Nagel befestigten, durch vorsichtiges Erwärmen (nicht
Glühen) sterilisierten Zeichenfeder eine Probe entnommen und eine größere Zahl
von Tröpfchen oder auch kurzen Strichen oder Schlangenlinien auf die flambierte