Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Chemische  Untersuchung.

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Stimmung  von  Ammoniak  (ebenso  von  salpetriger  Säure  und  Eisenoxyd).  Kolorimeter ­
  mit  fester  Farbenskala  herstellen  lassen,  indem  der  durch  die  vorgesohriebenen
Reagenzien  in  Lösungen  von  bekanntem  Gehalt  hervorgerufene  Farbenton  in  6  Abstufungen ­
  von  einem  Maler  fixiert  und  hiernach  nachgebildet  worden  ist.
Die  Einrichtung 1 )  der  Kolorimeter  (vergl.  Fig.  301)  ist  folgende;

Das  Kolorimeter  mit  den  6  Farbenstreifen  ist  um  die  Achse  drehbar;  in  den  seitlich
angebrachten  Schirm  wird  der  Zylinder  mit  der  Vergleichsflüssigkeit  gestellt.  Als  Z3 r linder
habe  ich  die  von  Hehner  gewählt,  welche  bei  25,  50,  75  und  100  ccm  eine  Marke  haben
und  für  die  kolorimetrischen  Bestimmungen  bereits  eingeführt  sind.  In  die  Zylinder  gibt
man  stets  100  ccm  des  zu  untersuchenden  Wassers  und  die  vorgesohriebenen  Mengen
Reagenzien.  Die  Farbenstreifen  haben  dann  mit  dem  Durchmesser  und  der  Flüssigkeitssäule ­
  des  Zylinders  bis  100  ccm  gleiche  Breite  und  Höhe,  wodurch  die  Vergleichung  erleichtert ­
  wird.  Wenn  der  Zylinder  mit  der  Flüssigkeit  in  den
Seitenschirm  gesetzt  ist,  stellt  man  durch  Drehen  des  Kolorimeters
den  Farbenton  der  Flüssigkeit  auf  den  am  besten  stimmenden
Farbenstreifen  ein,  indem  man  den  Apparat  in  annähernd  gleicher
Höhe  mit  dem  Auge  aufstellt,  seitwärts 2 )  vor  denselben  tritt  und
die  Parbentöne  bei  auffallendem,  zerstreutem  Lichte  vergleicht, ­
  und  zwar  so,  daß  im  Zylinder  keine  oder  tunlichst  wenig
Spiegelung  auftritt.  Der  jedem  Parbenstreifen  entsprechende
Gehalt  für  100  ccm  Flüssigkeit  ist  über  dem  Parbenstreifen  auf
der  Oberfläche  des  Kolorimeters  angegeben;  durch  Multiplikation
der  angegebenen  Zahlen  mit  10  erhält  man  den  Gehalt  für  1  1.
Liegt  der  Farbenton  der  Flüssigkeit  zwischen  zwei  Farbenstreifen ­
  des  Kolorimeters,  so  nimmt  man  den  zwischenliegenden
mittleren  Wert  oder  stellt  durch  Verdünnen  mit  1 / i  oder  x / 2  usw.
reinem  destillierten  Wasser  genauer  auf  einen  Parbenstreifen
ein,  indem  man  den  Grad  der  Verdünnung  bei  der  Berechnung
auf  1  1  berücksichtigt.  Die  Verdünnung  um  die  Hälfte  muß
auch  erfolgen,  wenn  der  in  der  Flüssigkeit  hervorgerufene
Farbenton  stärker  ist  und  höher  liegt,  als  die  Farbentöne  auf  dem  Kolorimeter  reichen. 3 )
Die  6  Farbentöne  auf  dem  Streifen  des  Kolorimeters  für  die  Bestimmung  des
Ammoniaks  bedeuten  folgenden  Gehalt  und  sind  in  folgender  Weise  gewonnen:

Fig.  301.
Kolorimeter  für  die  Be-Stimmung
  des  Ammoniaks.

Farbenton

Salmiaklösung 4 )  auf  je
100  ccm  mit  destilliertem

Gehalt  an  NH 3
in  100  ccm

Zusatz  von  1  ccm
Natronlauge  (1:  2)  und

Wasser  verdünnt

Neßlers  Reagens

1

1  ccm

0,05  mg  |

2

2  „

0,10  „  [

1,0  ccm.

3

5  „

0,26  „  )

4

10  „

0,50  „

1,5  „

6

15  „

0,75  „  \

2,0  „

6

20  „

1,00  „  /

5  55

*)  Chem.-Zeitung  1897,  21,  599.
2 )  Das  heißt,  man  stellt  sich  so  auf,  daß  der  Glanz  der  Farbenstreifen  hervortritt
und  dem  der  Flüssigkeit  im  Zylinder  ähnlich  ist.
3 )  Da  die  Augen  der  einzelnen  Beobachter  für  die  Unterscheidung  einzelner  Farben
und  Farbentöne  sich  verschieden  verhalten,  außerdem  der  in  dem  Zylinder  im  Wasser
hervorgerufene  Farbenton  in  gewissem  Grade  von  der  Art  und  Stärke  der  Beleuchtung
in  den  Laboratoriumsräumen  abhängt,  so  empfiehlt  es  sich,  daß  jeder  Beobachter  durch
einmalige  Herstellung  der  Titerllüssigkeit  und  durch  einmalige  Hervorrufung  der
Farbentöne  in  derselben  für  die  oben  angegebenen  Mengen  die  Skala  für  sein  Auge  und
die  räumlichen  Verhältnisse  nachprüft  und  die  Gehaltszahlen  nötigenfalls  verbessert,  um  so
eine  feste,  bleibende  Skala  zu  erhalten.
4 )  Nach  dem  Vorschläge  von  Frankland  und  Armstrong  (Walter-Gärtner,
            
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