Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Chemische  Untersuchung.

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gegründet,  die  immer  noch  die  brauchbarsten  für  diesen  Zweck  geblieben  sind.
Kübel  läßt  die  Kaliumpermanganatlösung  in  saurer,  Schulze  dagegen  in  alkalischer ­
  Lösung  einwirken.  Das  Verfahren  von  Kübel  ist  einfacher  und  gibt  übereinstimmendere ­
  Zahlen, 1 )  dagegen  ist  beim  Schulzeschen  Verfahren  die  Mineralisierung
der  organischen  Stoffe  eine  vollständigere.
Trübe  Wässer  müssen,  wenn  sie  sich  nicht  rasch  klären,  vor  der  Titration  durch
ein  vorher  ausgeglühtes  Asbestfilter  filtriert  werden;  an  organischen  Stoffen  reiche
Wässer  müssen  so  verdünnt  werden,  daß  der  Verbrauch  an  Kaliumpermanganat  für  100  ccm
Wasser  nicht  10—20  com  der  1 / 10(l  Normal-Lösung  übersteigt.  Hierbei  ist  stets  mit  einer
Wassermenge  von  100  ccm  zu  arbeiten  und  die  Oxydierbarkeit  des  zur  Verdünnung  verwendeten ­
  Wassers  abzuziehen.
a)  In  saurer  Lösung,  Nach  Kübel  werden  100  ccm  des  zu  untersuchenden
Wassers,  welche  am  besten  in  Meükölbchen  abgemessen  werden,  mit  5  ccm  verdünnter
Schwefelsäure  (1  :  3)  und  mit  10  ccm  oder  so  viel  1 / 100  Normal-Kaliumpermanganatlösung ­
  (vergl.  unter  Lösungen  No.  22  am  Schluß)  versetzt,  daß  das  Wasser  auch
nach  dem  Kochen  noch  stark  rot  gefärbt  ist.  Dieses  wird  sodann  erhitzt  und,  vom
Beginn  des  Kochens  an  gerechnet,  noch  genau  5  Minuten  lang  gekocht.  Darauf
gibt  man  10  com  bezw.  eine  gleiche  Anzahl  Kubikzentimeter  einer  1 / 100  Normal-Oxalsäurelösung
  (vergl.  unter  Lösungen  am  Schluß  No.  22)  zu,  läßt  einige  Minuten
stehen,  bis  sich  die  ausgeschiedenen  Flocken  von  Manganoxyduloxyd  gelöst  haben,
und  titriert  so  lange  mit  1 / 100  Normal-Kaliumpermanganatlösung,  bis  eine  schwache
Rötung  auftritt.  Die  Gesamtzahl  der  verbrauchten  Kubikzentimeter  1 j 10a  Normal-Kaliumpermanganat
  weniger  10  ccm  —  oder  wenn  10  ccm  1 / 100  Normal-Kaliumpermanganat ­
  nicht  genau  10  ccm  1 / 100  Normal-Oxalsäure  entsprechen  —  weniger  der
Anzahl  Kubikzentimeter  1 / 100  Normal-Kaliumpermanganat,  welche  10  ccm  1 / 100  Normal-Oxalsäure
  entsprechen,  ist  die  Zahl  der  für  100  ccm  “Wasser  verbrauchten  Kubikzentimeter ­
  Kaliumpermanganatlösung.
b)  In  alkalischer  Lösung.  Bei  dem  Verfahren  von  Schulze  werden
100  ccm  Wasser  mit  1 / 2  ccm  Natronlauge  (1  Teil  reinstes  Natriumhydroxyd  in
2  Teilen  Wasser),  sodann  mit  10  ccm  oder  so  viel  1 / 100  Normal-Kaliumpermanganatlösung ­
  versetzt,  daß  das  Wasser  auch  beim  Kochen  noch  rot  gefärbt  ist.  Das  Kochen
erfolgt  in  derselben  Weise  wie  vorhin,  aber  10  Minuten  lang.  Die  gekochte  Flüssigkeit ­
  läßt  man  auf  50—60°  erkalten,  fügt  5  ccm  verdünnte  Schwefelsäure  (1  :  3)
und  10  ccm  bezw.  eine  gleiche  Anzahl  Kubikzentimeter  1 / 100  Normal-Oxalsäure  zu
und  titriert  ebenfalls  mit  derselben  Kaliumpermanganatlösung,  bis  wieder  Eosafärhung
eintritt.
Die  Differenz  aus  der  Gesamtzahl  der  Kubikzentimeter  Kaliumpermanganat
weniger  der  Anzahl  Kubikzentimeter  Kaliumpermanganat,  welche  10  ccm  1 / 100  Normal-Oxalsäure
  entsprechen,  gibt  wieder  die  für  100  ccm  Wasser  erforderliche  Menge  der
1 /ioo  Normal-Kaliumpermanganatlösung  an.
Die  nach  einem  dieser  beiden  Verfahren  gefundene,  der  im  Wasser  vorhandenen
Menge  organischer  Stoffe  entsprechende  Anzahl  Kubikzentimeter  Kaliumpermanganatlösung ­
  kann  man  auf  verschiedene  Weise  zum  Ausdruck  bringen.  Angenommen,  es
entsprechen  10  ccm  Kaliumpermanganatlösung  genau  10  ccm  Oxalsäure *  2 )  und  es  sind
J )  Bei  stark  kochsalzhaltigen  Wässern  liefert  das  Kubelsche  Verfahren  infolge  der
Chlorentwickelung  unrichtige,  d.  h.  zu  hohe  Ergebnisse.
2 )  Dieses  trifft  nur  selten,  höchstens  für  den  Anfang  der  Bereitung  der  Lösungen
zu,  da  sich  besonders  die  Oxalsäure-Lösung  schnell  zersetzt.  Differenzen  zwischen  beiden
Titrierflüssigkeiten  von  0,1—0,2  ccm  können  unberücksichtigt  bleiben;  sind  dieselben
aber  größer,  so  muß  eine  Umrechnung  stattflnden  (vergl.  Lösung  No.  22  am  Schluß  unter
Darstellung  von  Lösungen).
            
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