Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Chemische  Untersuchung.

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Da  die  Prüfungen  y  und  d  nur  bedingungsweise  sicher  sind,  so  wird  man  sich  in
der  Eegel  der  Reaktionen  a  und  ß  bedienen.
b)  Quantitative  Bestimmung.  Die  quantitative  Bestimmung  der  Salpetersäure ­
  geschieht  am  einfachsten
a)  nach  dem  Verfahren  von  K.  Ul  sch.  1  1  des  zu  untersuchenden  Wassers
wird  in  einer  Schale  rasch  über  freier  Flamme  bis  auf  etwa  30  ccm  eingedampft.
Diese  werden  in  einen  Kochkolben  von  etwa  600  ccm  Inhalt  gegeben,  die  Schale
noch  mehrmals  nachgespült,  so  daß  die  ganze  Menge  des  Wassers  etwa  60—80  ccm
beträgt;  hiermit  verfährt  man  genau  wie  mit  einer  Salpeterlösung  nach  S.  147
unter  b.  Wenn  das  Wasser  bestimmbare  Mengen  Ammoniak  enthält,  die  beim  Eindampfen ­
  mit  den  Wasserdämpfen  nicht  verflüchtigt  werden,  so  müssen  diese  besonders ­
  bestimmt  und  von  der  gefundenen  Gesamtmenge  Ammoniak  abgezogen  werden.
ß)  Überführung  in  Stickoxydgas.  Nach  Sehulze-Tiemann  bestimmt
man  die  Salpetersäure  im  Wasser,  indem  man  dieselbe  unter  Einwirkung  von  Salzsäure ­
  und  Eisenchlorür  zu  Stickoxyd  reduziert  und  das  Volumen  des  letzteren  mißt.
Zur  Ausführung  kann  der  Wagnersche  Apparat  S.  144  dienen.  Tiemann 1 )  hat
den  Apparat  Wagners  insofern  abgeändert,  als  er  anstatt  der  Trichterröhre  eine
gebogene  Glasröhre  anwendet,  welche  durch  Kautschukschlauch  mit  einer  zweiten
geraden,  in  ein  Beoherglas  mit  Salzsäure  tauchenden  Glasröhre  verbunden  ist.
W.  Stüber 2 )  hat  den  Tieraannschen  Apparat  noch  weiter  verbessert.
100—300  ccm  des  zu  prüfenden  Wassers  werden  in  einer  Schale  vorsichtig
bis  zu  etwa  50  ccm  eingedampft  und  diese  zusammen  mit  den  etwa  durch  Kochen
abgeschiedenen  Erdalkalimetallkarbonaten  in  das  Kölbchen  a  (Fig.  22  a,  S.  144)
gespült.  Nitrate  gehen  in  den  beim  Kochen  sich  bildenden  Niederschlag  nicht  Uber;
es  genügt  also,  wenn  man  die  Schale  einige  Male  mit  wenig  heißem,  destilliertem
Wasser  auswäscht.
Man  verschließt  das  Kölbchen  mit  dem  doppelt  durchbohrten,  mit  Trichterund
  Gasableitungsöhre  versehenen  Stöpsel,  läßt  durch  die  Trichterröhre  etwas
destilliertes  Wasser  laufen  und  schließt  den  Hahn  der  Trichterröhre  in  der  Weise,
daß  der  untere  Teil  der  letzteren  bis  zum  Hahn  vollständig  mit  Wasser  gefüllt
ist.  Alsdann  kocht  man  bei  offener  Gasableitungsröhre  das  zu  prüfende  Wasser  in
dem  Kochkölbchen  noch  weiter  ein  und  bringt  in  die  Glaswanne  d  verdünnte
Natronlauge,  so  daß  die  aus  dem  Eohre  entweichenden  Wasserdämpfe  durch  die
alkalische  Flüssigkeit  streichen.  Nach  einigen  Minuten  drückt  man  den  Kautschukschlauch ­
  bei  c  mit  den  Fingern  zusammen.  Sobald  durch  Kochen  die  Luft  vollständig ­
  entfernt  worden  ist,  steigt  die  Natronlauge  schnell  in  das  Vakuum  zurück ­
  und  man  fühlt  einen  gelinden  Schlag  am  Finger.  Man  kocht  noch  weiter  das
Wasser  bis  auf  etwa  10  ccm  ein,  bringt  sodann  eine  der  Meßröhren  Uber  das  Ende
des  Entwickelungsrohres  und  läßt  nun  durch  den  Scheidetrichter  etwa  20  ccm  einer
nahezu  gesättigten  Eisenchlorürlösung,  sodann  zweimal  etwas  Salzsäure  einfließen,
jedoch  stets  mit  der  Vorsicht,  daß  das  Trichterrohr  nicht  vollständig  leer  läuft.
Man  kocht  so  lange  weiter,  bis  sich  das  Gasvolumen  in  der  Meßröhre  nicht  mehr
vermehrt.
Es  kommt  zuweilen  vor,  daß  im  Verlauf  des  Versuches  die  Entwickelung
von  Stickoxyd  nachläßt,  obschon  die  Farbe  der  Eisenchlorürlösung  auf  die  Anwesenheit ­
  noch  erheblicher  Mengen  dieses  Gases  in  dem  Zersetzungskolben  hindeutet. ­
  Durch  einen  kleinen  Kunstgriff  ist  die  vollständige  Austreibung  des  Stickx
 )  Walter-Gärtner,  Untersuchung  und  Beurteilung  des  Wassers,  1896,  4.  Auf!.,  154.
2 )  Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-  u.  Genußmittel  1905,  10,  329.
            
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