Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Trinkwasser.

*)  Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-  u.  Genußmittel  1905,  10,  101.

oxyds  unter  allen  Umständen  ohne  Schwierigkeit  zu  erreichen.  Der  Kunstgriff
besteht  darin,  daß  man  die  Operation  unterbricht,  wenn  noch  spärlich  Gas  entwickelt ­
  wird,  indem  man  bei  c  einen  Quetschhahn  anlegt,  die  Flamme  beseitigt  und
den  Kolben  kurze  Zeit  erkalten  läßt.  Durch  Verringerung  des  Druckes  im  Innern
des  Kolbens  wird  das  in  der  Flüssigkeit  noch  gelöste  Stickoxydgas  frei  und  läßt  sich
dann  durch  erneutes  Kochen  leicht  in  die  Meßröhre  überführen.
Nach  dem  vollständigen  Übertreiben  des  Stickoxyds  wird  die  Meßröhre  in
den  hohen  Glaszylinder  Fig.  22  b,  S.  144  gebracht,  welcher  so  weit  mit  kaltem
Wasser,  am  besten  von  15—18°,  gefüllt  ist,  daß  sie  darin  vollständig  untergetaucht
werden  kann.
Nach  15—20  Minuten  prüft  man  die  Temperatur  des  in  dem  Zylinder  befindlichen ­
  Wassers  mittels  eines  empfindlichen  Thermometers  und  notiert  den
Barometerstand.  Darauf  ergreift  man  die  graduierte  Eöhre  am  oberen  Ende  mit
einem  Papier-  oder  Zeugstreifen,  um  jede  Erwärmung  derselben  durch  direkte
Berührung  mit  der  Hand  zu  vermeiden,  zieht  sie  senkrecht  so  weit  aus  dem  Wasser,
daß  die  Flüssigkeit  innerhalb  und  außerhalb  der  Eöhre  genau  dasselbe  Niveau
hat,  und  liest  das  Volumen  des  Gases  ab.  Dasselbe  wird  nach  folgender  Formel
auf  0°  und  760  mm  Barometerstand  reduziert:
_  V.(B  —  f).273
Vl ~  760.(273  +  t)’
wobei  V x  das  Volumen  bei  0°  und  760  mm  Barometerstand,  V  das  abgelesene  Volumen,
B  den  beobachteten  Barometerstand  in  Millimetern,  t  die  Temperatur  des  Wassers
in  Graden  der  Zentesimalskala  und  f  die  von  der  letzteren  abhängige  Tension  des
Wasserdampfes  in  Millimetern  bezeichnet.
Die  folgende  Tabelle  gibt  die  Tensionen  des  Wasserdampfes  an,  welche  den
in  Frage  kommenden  Temperaturen  entsprechen:

Temperatur

Tension

Temperatur

Tension

=  t

=  f

=  t

=  f

10°

9,2  mm

17°

14,4  mm.

n°

9,8  „

18°

lo,3  „

12°

10,5  „

19°

16,3  „

13°

11,2  „

20°

17,4  „

14«

11,9  „

21°

18,5  „

15°

12,7  „

22°

19,7  „

16°

13,5  „

23°

20,9  „

Multipliziert  man  die  durch  ausgedrtickten  Kubikzentimeter  Stickoxyd  mit
2,413,  so  erhält  man  die  denselben  entsprechenden  Milligramme  Salpetersäure
(N 2 0 6 )  für  die  angewendete  Menge  Wasser.
Bei  diesem  Verfahren  ist  es  für  das  Gelingen  des  Versuches  durchaus  notwendig, ­
  daß  jede  Spur  von  Luft  durch  Kochen  der  Flüssigkeit  aus  dem  Apparat
verdrängt  ist;  auch  darf  die  zur  Zersetzung  angewendete  Flüssigkeitsmenge  keine
zu  große  sein,  da  wenig  Stickoxyd  sonst  nur  schwer  vollständig  auszutreiben  ist.
Um  die  Salzsäure  luftfrei  zu  machen,  erhitzt  man  dieselbe  vor  dem  Versuch
einige  Zeit  zum  Sieden.
B.  Pfyl 1 )  hat  das  Verfahren  von  Schulze-Tiemann  dahin  abgeändert,  daß
er  das  durch  Eisenchlorür  und  Salzsäure  gebildete  Stickstoffoxyd,  nachdem  es  unter
Luftabschluß  in  einer  Waschflasche  durch  15  °/ 0 -ige  Natronlauge  gewaschen  ist,  in
ein  Absorptionskölbchen  mit  1 / 10  Normal-Permanganatlösung  leitet,  von  letzterer  das
            
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