Chemische Untersuchung.
825
In der titrierten Flüssigkeit bestimmt man die etwa vorhandene Menge
Magnesia, zieht die der letzteren entsprechende Säuremenge von dem gesamten
Säureverbrauch ab und berechnet aus dem Unterschiede den Gehalt an kohlensaurem
Natrium (0,002018 g MgO = 1 ccm 1 / 10 N.-Salzsäure).
18. Blei, Kupfer und Ziuk. Blei, Kupfer und Zink können aus den
Leitungsröhren, letztere beiden auch aus dem Boden durch Verunreinigung desselben
mit Kupfer- und Zink salzen in ein Wasser gelangen und in einer größeren Menge
eingedampften Wassers nach S. 42 bezw. 203 quantitativ bestimmt werden. In
vielen Fällen wird man sich bloß mit dem qualitativen Nachweis begnügen müssen.
Kleine Mengen Kupfer lassen sich, wie S. 694 angegeben ist, kolorimetrisch
bestimmen. Die kolorimetrische Bestimmung des Bleies mit Schwefelwasserstoff in
alkalischer Lösung (Natronlauge) und des Zinks mit Ferrocyankalium ist weniger
genau.
Anmerkung. Die bleilösende Wirkung eines Wassers hängt vorwiegend von
der gleichzeitigen Anwendung von Sauerstoff und freier Kohlensäure ab. Zur direkten
Prüfung eines Wassers auf seine bleilösende Eigenschaft empfiehlt Ruzicka 1 ) 11,5 cm
lange Bleirinnen, die durch Aufschneiden einer 2 cm dicken Bleiröhre bergestellt und nach
Reinigung mit Salpetersäure und Wasser in das betreffende Wasser eingehängt werden.
Die Bleirinnen werden in das Wasser, welches bis zum Rande in Zylinder mit Glasstöpsel
gefüllt ist, gehängt; die Zylinder werden wieder geschlossen und in einem Kasten im
Dunkeln bei gewöhnlicher Temperatur aufbewahrt.
19. Härte. Die Härte eines Wassers hängt ab von dem Gehalte desselben an
Kalk- und Magnesiasalzen. Wall man dieselben nicht genau nach den oben beschriebenen
Verfahren bestimmen, so kann man sich des einfachen Verfahrens der
sog. Härtebestimmung bedienen, z. B. wenn es sich um die Beurteilung eines W T assers
zum Zwecke der Kesselspeisung oder zu anderen technischen Zwecken handelt.
Dieses Verfahren beruht darauf, daß man dem zu untersuchenden Wasser Seifenlösung
zusetzt, wodurch die fettsauren Alkalien sich mit den gelösten Kalk- und Magnesiasalzen
zu unlöslichen fettsauren Kalk- und Magnesiasalzen und in die entsprechenden
Salze der Alkalien umsetzen: Das Ende der Reaktion, also der Überschuß an
Seifenlösung, wird an dem beim Schütteln erzeugten und dann bleibenden Schaum
erkannt.
Es ist bekannt, daß hartes Wasser durch Kochen weicher wird bezw. daß
sich durch das Kochen Kalk- und Magnesiasalze und zwar nur die als doppeltkohlensaure
Salze gelöst gewesenen abscheiden. Die Härte des ungekochten Wassers
nennt man Gesamthärte, die durch Kochen abgeschiedenen Salze machen die
vorübergehende oder temporäre Härte aus und die noch gelöst bleibenden
Kalk- und Magnesiasalze (die Sulfate, Nitrate und Chloride derselben) bilden die
bleibende oder permanente Härte.
a) Verfahren von Clark.
a) Bestimmung der Gesamthärte. Zunächst wird die zu benutzende
Seifenlösung auf die Lösung eines Kalksalzes und zwar am besten auf eine Gipslösung
von bekanntem Gehalt eingestellt. Diese bereitet man wie folgt:
Man stellt eine entweder bei genau 14° oder eine bei genau 20° gesättigte
Gipslösung her. Nimmt man von der ersteren 145 ccm oder von der letzteren
142 ccm und füllt diese mit destilliertem Wasser auf 1 1, so enthalten 100 ccm
dieser Lösung genau so viel Gips, als 0,012 g CaO = 12 Härtegraden entsprechen.
Die Seifenlösung soll so hergestellt werden, daß genau 45 ccm derselben 100 ccm
r ) Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1902, 5, 518.