Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

826

Trinkwasser.

der  genannten  Gipslösung,  also  12  Härtegraden  entsprechen.  Uber  die  Bereitung
der  Seifenlösung  vergl.  unter  Darstellung  von  Lösungen  No.  26  a  am  Schluß.
Die  Ausführung  des  Verfahrens  ist  folgende:
100  ccm  des  zu  untersuchenden  Wassers  —  oder  wenn  vorauszusetzen,  daß
das  Wasser  hart  ist,  10  ccm  desselben  —  bringt  man  in  ein  Stöpselglas  von
200  ccm  Inhalt,  bei  Verwendung  von  10  ccm  hartem  Wasser  füllt  man  mit
destilliertem  Wasser  bis  zu  einer  bei  100  ccm  angebrachten  Marke  auf.  Zu  diesen
100  ccm  läßt  man  anfangs  reichlich,  später  nur  je  1  ccm  oder  1 / 2  ccm,  zuletzt
nur  tropfenweise  von  der  Seifenlösung  zufließen,  bis  nach  kräftigem  Schütteln  (von
oben  nach  unten)  ein  dichter  zarter  Schaum  entsteht,  welcher  sich,  ohne  wieder
zusammenzusinken,  mindestens  5  Minuten  lang  wesentlich  unverändert  auf  der
Oberfläche  der  Flüssigkeit  hält.  Der  Verbrauch  an  Seifenlösung  soll  45  ccm  nicht
übersteigen  und  sich  annähernd  bei  dieser  Zahl  halten.  Hat  man  daher  zu  der
Verdünnung  eines  als  hart  vermuteten  Wassers  weniger  Seifenlösung  verbraucht,
so  nimmt  man  nach  diesem  Vorversuch  statt  10  ccm  etwa  20,  25  oder  50  ccm
Wasser  und  verdünnt  dieselben  mit  der  entsprechenden  Menge  destillierten  Wassers
auf  100  ccm,  so  daß  annähernd  45  ccm  Seifenlösung  verbraucht  werden.  Die  Anzahl ­
  der  Kubikzentimeter  Seifenlösung  wird  sodann  mit  dem  Verdünnungsfaktor
multipliziert  und  die  entsprechenden  Härtegrade  aus  nachstehender  Tabelle  festgestellt. ­

ß)  Bestimmung  der  bleibenden  oder  permanenten  Härte.  300  oder
500  ccm  Wasser  werden  in  einem  geräumigen  Kolben  mindestens  1 / 0  Stunde  lang
im  Sieden  erhalten,  wobei  das  verdampfende  Wasser  öfters  durch  destilliertes  ersetzt
wird.  Nach  dem  Erkalten  bringt  man  das  gekochte  W T asser  in  einen  300  oder  500  ccm
fassenden  Meßkolben,  füllt  mit  destilliertem  Wasser  bis  zur  Marke  auf,  schüttelt
gehörig  um  und  filtriert  durch  ein  trocknes  Faltenfilter.  100  ccm  des  Filtrates
(bezw.  50  ccm  zu  100  ccm  verdünnt)  titriert  man  wie  oben  mit  der  Seifenlösung.
Die  in  der  Tabelle  (S.  827)  angegebenen  Härtegrade  sind  deutsche  und
gehen  ebensoviel  Teile  Calciumoxyd  in  100000  Teilen  Wasser  an.  In  Frankreich ­
  versteht  man  unter  Härtegraden  Einheiten  Calciumkarbonat  in  100000
Teilen  Wasser;  die  französischen  Härtegrade  lassen  sich  daher  durch  Multiplikation
mit  0,56  in  deutsche  umrechnen.
(Siehe  Tabelle  8.  827.)
b)  Verfahren  von  Bourtoon  und  Boudet.
Dieses  Verfahren  unterscheidet  sich  von  dem  ersteren  dadurch,  daß  dabei  eine
konzentriertere  Seifenlösung  und  ein  Normalvolumen  von  nur  40  ccm  Wasser  zur
Anwendung  gelangt.
Über  Darstellung  der  Seifenlösung  vergl.  No.  26b  unter  „Darstellung  von
Lösungen"  am  Schluß.
Behufs  Bestimmung  der  Gesamthärte  mißt  man  mit  einer  Pipette  40  ccm  des
Wassers  ab  und  läßt  sie  in  ein  zylindrisches,  mit  Stöpsel  versehenes  Glasgefäß
von  60—80  ccm  Inhalt  fließen,  welches  bei  40  ccm  mit  einer  Marke  versehen  ist.
Von  einem  Wasser,  welches  mehr  als  30  französische  —  16,8  deutsche  Härtegrade
besitzt,  wendet  man  nur  10—20  ccm  an,  füllt  mit  destilliertem  Wasser  bis  zur
Marke  auf  und  multipliziert  mit  4  oder  2,  je  nach  dem  Verdünnungsgrad.
Die  Seifenlösung  wird  durch  eine  Tropfbürette  (Hydrotimeter)  zugegeben,
bei  der  der  Raum  von  2,4  ccm  in  23  gleiche  Teile,  sogen.  Grade,  geteilt  ist;  die
Gradteilung  geht  bis  32  nach  unten  fort.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.