62 • Untersuchung von Boden.
stehenden Röhre aus Zinkblech, welche etwa 6 cm von ihrem oberen Ende ent
fernt ein horizontal stehendes Ansatzröhrchen zur Aufnahme eines mit Wasser
gefüllten Manometers trägt. Das oben und unten offene Ende der Röhre wird
durch Gummistöpsel geschlossen, welche durchbohrt und mit Glasröhren zum Zu-
und Ahleiten der Luft versehen sind. Im Innern der Röhre befinden sich zwei,
an der Innern Wand derselben stark festzuklemmende, verschiebbare, aus feinstem
Messingdraht geflochtene Siebe, zwischen welchen der Versuchsboden derart ein
geschlossen wird, daß eine Verschiebung nicht möglich ist. Die Versuchsröhre
ist mit einem 18 cm weiten und 1 m langen, unten geschlossenen Zinkzylinder
umgeben, der in gleichen Abständen mit 3 schief nach oben gehenden Ansatz
röhren versehen ist, die zur Aufnahme von Thermometern bestimmt sind. Der
Zwischenraum zwischen der Versuchsröhre und dem Zylinder wird mit Wasser
ausgefüllt, dessen Temperatur durch Zu- und Abfluß warmen oder kalten Wassers
auf gleichbleibender Höhe erhalten wird.
Das Füllungsverfahren, die Druckstärke und die Höhe der Luft- und Boden
temperatur muß bei jedem Versuch beobachtet und bei vergleichenden Versuchen
in gleicher Weise innegehalten werden.
Zur Prüfung der Luftdurchlässigkeit des Bodens in seiner natürlichen Lage, also
auf freiem Felde hat Heinrich 1 ) Versuche ausgeführt und ein Verfahren 2 ) aus-,
gearbeitet, worauf hier aber nur verwiesen sei.
14. Bestimmung der Wärmeabsorptiou des Bodens, a) Ein würfelförmiges
Zinkkästchen, etwa 6 cm im Durchmesser, wird mit dem möglichst feinpulverigen,
lufttrocknen Boden angefüllt, dem Einfluß des direkten Sonnenlichtes bei einer recht
hohen, genau zu bezeichnenden Lufttemperatur (25—35° in der Sonne) einige
Stunden lang ausgesetzt und beobachtet, wie hoch die Temperatur an der Oberfläche,
in der obersten, 1 cm dicken Schicht des betreffenden Bodens sich erhebt. Die
Zinkkästchen werden hierbei passend mit Hülsen von dicker Pappe umkleidet und
in ein Holzkästchen gestellt, damit die Sonnenwärme nur von obenher auf den
Boden einwirkt.
Will man untersuchen, bis zu welcher Tiefe und in welchem Grade die an der
Oberfläche absorbierte Sonnenwärme in die Erde eindringt, so sind hierzu etwas größere
Mengen Boden und besonders entsprechend tiefere Gefäße erforderlich. Auch kann es
von Interesse sein, das Verhalten des Bodens gegen die Sonnenwärme zu beobachten, wenn
er sich in einem mehr oder weniger feuchten Zustande befindet, nämlich 5 oder 10
oder 20% Wasser enthält, außer der schon in dem lufttrocknen Boden enthaltenen Menge.
h) Ein anderes einfaches Verfahren besteht darin, daß man eine kleine Menge
des lufttrocknen Bodens, etwa 50 g, in einem Glaskölbchen dem heißen Sonnen
lichte eine Zeit lang aussetzt und dann ermittelt, wie hoch die Temperatur des
Bodens steigt.
Gleichzeitig wird man hierbei auch den Gewichtsverlust bestimmen, welchen der
lufttrockne Boden in einer Menge von 50 g innerhalb einer gewissen Zeit, in %, 1,
2 usw. Stunden, erleidet, und wie rasch die verdunstete Feuchtigkeit an einem sonnenfreien
Orte und aus reiner mittelfeuchter Luft wieder aufgenommen wird.
15. Bestimmung des Wärmeleitungsvermögeus des Bodens. Man kann das
selbe teils unter dem Einfluß der direkten Sonnenstrahlen, teils in der W r eise er
mitteln, daß man das oben erwähnte würfelförmige Zinkkästchen oder auch möglichst
kugelförmige, aus dünnem Glase bestehende Literkolben mit lufttrockner Erde
unter Aufstoßen auf eine weiche Unterlage anfüllt, .indem man gleichzeitig in den
Mittelpunkt des Gefäßes die Kugel eines Quecksilberthermometers bringt. Man stellt
’) Heinrich, Beurteilung der Ackerkrume, Wismar 1882, S. 222.
2 ) Wollny. Forschungen auf dem Gebiete der Agrikultur-Physik, 1886, 9, 273.