Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Trinkwasser.

ein  kleines  Filter  gebracht  und  dann  mit  wenig  Wasser  in  ein  Schälchen  gespült.  Die
Objekte  werden  dann  in  allen  Fällen,  in  wenig  Wasser  aufgeschwemmt,  in  der  allgemein ­
  üblichen  Weise  unter  dem  Mikroskop^  untersucht.  Über  besondere  Verfahren
für  die  Untersuchung  der  Diatomeen  und  Protozoen  vergleiche  man  die  Angaben ­
  bei  Mez.
5.  Die  in  Trink-  und  Gebniuchswässern  verkommenden  Lebewesen  und  unbelebten ­
  Stoffe  und  die  Beurteilung  der  Wässer  nach  ihnen.  Bei  der  Beurteilung
der  Trink-  und  Gebrauchswässer  interessiert  besonders  die  Frage,  ob  sie  durch
Fäkalienabflüsse  oder  Hausabwässer  verunreinigt  sind  oder  ob  eine  Gefahr  der  Verunreinigung ­
  durch  Verbindung  mit  der  Erdoberfläche  vorliegt.
Aus  den  Befunden  der  mikroskopischen  und  biologischen  Untersuchung  lassen
sich  nach  dieser  Dichtung  hin  folgende  Schlüsse  ziehen,  wobei  wir  uns  im  wesentlichen ­
  den  Angaben  von  Mez  anschließen:
Unbelebte  Stoffe.  Auf  eine  Verunreinigung  mit  Fäkalien  deuten  Fäkalreste, ­
  mikroskopisch  kleine  Papier-  und  Strohreste,  auf  eine  solche  durch  Hausabwässer ­
  Ultramarin,  Kaffeesatz,  Reste  von  Kartoffelschalen,  allerlei  Textilfasern  hin;
Reste  größerer  Tiere,  Haare  (z.  B.  von  Ratten)  u.  a.  lassen  auf  Zugänge  von  der
Oberfläche  schließen.
Belebte  Wesen.  Von  direkt  schädlichen  Lebewesen  seien,  abgesehen
von  den  hier  nicht  zu  behandelnden  pathogenen  Bakterien,  einige  tierische  Parasiten
erwähnt.  Es  sind  dies  der  Spulwurm  (Ascaris  lumbricoides  L.),  der  Madenwurm
(Oxyuris  vermicularis  L.)  und  der  Peitschenwurm  (Trichocephalus  dispar  Bud.).
Außerdem  kommt  in  kleinen  Wasserschnecken  (Limnaeus-Ärten)  der  Larvenzustand
des  Leberegels  (Distomum  hepaticum),  des  Erregers  der  Leberfäule  der  Schafe  vor.
Für  die  Verunreinigung  der  Trink-  und  Gebrauchswässer  durch  Fäkalabflüsse ­
  bezeichnet  Mez  u.  a.  folgende  Pilze  als  typische  Leitorganismen:  Bacterium
coli,  B.  alcaligenes,  B.  cloacae  (wohl  identisch  mit  B.  vitulinum  L.  et  N.),  B.  aerogenes,
Harnstoffbakterien,  von  der  Gattung  Vibrio  (Microspira)  die  Arten  V.  aureus,  flavus,
flavescens,  albensis,  terrigenus  u.  a.,  von  höheren  Pilzen  u.  a.  Oospora  nivea
Sacc.  et  Vogl.,  Pilobolus  crystallinus  Tode,  Sporodesmium  echinulatum  Speg.,  mehrere
Arten  der  Gattung  Stilbum  u.  a.  Nach  Mez  macht  schon  das  Vorkommen  einer
dieser  Arten  im  Wasser  eine  Verunreinigung  durch  Fäkalien  wahrscheinlich,  das
von  mehreren  (4—5)  sicher.  Betreffs  des  als  besonders  typisch  angesehenen
Bacterium  coli  und  seiner  Verwandten  geben  allerdings  manche  Autoren  an,  daß  es
ein  überall  vorkommender  Pilz  sei;  andererseits  ist  durch  genaue  Untersuchungen
aber  nachgewiesen,  daß  es  im  reinen  Wasser  meist  fehlt.  Man  darf  bei  solchen
Untersuchungen  nicht  vergessen,  daß  besonders  in  belebten  Gegenden  die  Luft  wohl
stets  auch  Staub  von  Fäkalien  enthält.
Für  Verschmutzung  durch  Hauswässer  sind  nach  Mez  typisch  u.  a.  folgende ­
  Pilzarten;  Bacterium  termo 1 )  (B.  vulgare  L.  et  N.),  B.  pyocyaneum,  B.  Güntheri,
B.  vernicosum,  B.  syncyaneum,  B.  pituitosum,  Essigsäurebakterien,  Bacillus  aureus,
B.  flexilis,  B.  Flüggeanus,  B.  laevis,  B.  tenuis,  B.  saprogenes,  Micrococcus  aureus,
M.  albicans,  Microspira  lingualis  und  viele  andere  Bakterienarten,  von  höheren
Pilzen  Fusarium,  Monilia  sitophila,  Mucor  racemosus,  Oospora-Arten,  Trichothecium
domesticum,  Saccharomyces-,  Mycoderma-,  Torula-Arten,  von  Algen  die  zu  den
Nostocaceen  gehörenden  Arten  der  Gattung  Oscillatoria,  von  Tieren  die  Rhizopoden
Amoeba  brachiata  und  Platoum  stercoreum.  In  Wässern,  die  mit  Hausabwässern  ver1 ­
 )  Betreffs  der  von  Mez  angewendeten,  von  anderen  Handbüchern  etwas  abweichenden
Nomenklatur  muß  man  das  Nähere  in  seinem  Handbuch  selbst  nachschlagen.
            
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