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Trinkwasser.
findet zunächst eine Zweiteilung der Konidie statt, von denen jede durch wiederholte
Teilung Tochterzellen bildet, welche in hezug auf Form, Größe und sonstige
Beschaffenheit die vollste Übereinstimmung mit der Konidie besitzen.
Diese den verschiedensten Generationen angehörenden Sporen nehmen, eingebettet
in eine gemeinsame Gallerthülle, oft eine ziemlich bedeutende Ausdehnung an.
Der Ähnlichkeit wegen, welche diese Gallertkolonien mit den Entwickelungsstufen
der Palmellaceen zeigen, werden diese Formen Palmellenzustände bezeichnet.
Werden die Gallertkolonien in einem Tropfen Wasser kultiviert, so vermag jede
Spore zu einem vegetativen Faden auszukeimen, so daß büschel- und rasenartige
Vegetationsformen daraus entstehen.
Die Scheiden der älteren Fäden lagern Eisenoxyd und Manganoxyd ein, und
zwar anscheinend mit Vorliebe letzteres, ' selbst wenn der Gehalt des Wassers an
Mangan geringer als der an Eisen ist. Nach Untersuchungen von Beythien,
Hempel und Kraft 1 ) verhält sich die Menge des Eisens zum Mangan in den
Scheiden wie 1:4 bis 1:11.
Durch sehr vorsichtige Anwendung von verdünnter Salzsäure gelingt es, aus
solchen Scheiden das Eisen zu lösen, so daß nunmehr die Struktur des Crenothrixfadens
wieder deutlich sichtbar wird. Daß auch die farblosen Fäden bereits etwas
Eisen enthalten, läßt sich durch Behandlung mit Salzsäure und Ferrocyankalium
leicht nachweisen.
Beim Ahsterhen des Crenothrixfadens entstehen oft an den Gliederstellen stark
eingedrückte Partien von rosenkranzartigen Formen, welche indes keine besondere
Bedeutung für das Leben der Pflanzen zu haben scheinen.
Die vegetativen Gliederfäden vermögen sich zu etwas höher ausgebildeten
Fäden zu entwickeln, die schließlich das Merkmal einer Art Fruktifikation annehmen.
Durch Querwände teilen sich die Gliederzellen zunächst in mehr oder
minder niedrige Scheiben, vertikal zu diesen, also parallel zur Achse des Fadens
tritt sekundäre Teilung ein, worauf die abgeschnürten Teile durch Abrundung
kuglige oder sphärische Gestalt annehmen (s. Fig. 316, S. 845).
Dieser Entwickelungsabschnitt stellt die Bildung der Konidien dar, welche
nunmehr in der vorhin beschriebenen 2-fachen Weise imstande sind, entweder durch
Palmellenbildung oder durch direkte Fadenbildung zu neuen Pflanzen auszuwachsen.
Eine andere in Brunnen nicht seltene Eisenbakterie, die sich von Crenothrix
durch die Bildung dichotom oder unregelmäßig verzweigter Fäden unterscheidet, hat
Schorlen 1 2 ) als Clonothrix fusca beschrieben. Alle Angaben darüber, daß Cladothrix
zu den Eisenbakterien gehöre, dürften auf diese Art zurückzuführen sein.
Ein dritter wichtiger Eisenpilz ist Chlamydothrix (Gallionella) ferruginea
(Ehrbg.) Mig., der überall an Eisenteilen, die im Dunkeln im Wasser rosten,
vorkommt. Beythien 3 4 ) beschreibt einen Fall, in dem sich dieser Pilz in den
eisernen Leitungsröhren einer mit eisenfreiem Quellwasser gespeisten Wasserleitung
angesiedelt hatte und das Wasser verdarb. Adler 1 ) hat diese Art auch in therapeutischen
Eisenwässern gefunden. Dieselbe bildet braune Fäden, in denen auch
nach Behandlung mit Salzsäure keine Struktur zu erkennen ist. Die Fäden sind
entweder unregelmäßig gewunden und liegen einzeln oder zu Flocken vereinigt, oder
1 ) Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1904, 7, 215.
2 ) Gentralbl. f. Bakteriol. II. 1904, 12, 681.
3 ) Zeitschr. f. Untersuchung d. Nahrungs- u. Genußmittel 1905, 9, 530.
4 ) Gentralbl. f. Bakteriol. II. 1903, 11, 215.