Full text: Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Untersuchung von Boden. 
c) Um das Anhaften der feuchten Bodenarten an Holz und Eisen zu be 
stimmen, wird nach R. Heinrich (1. c.) die zu untersuchende Probe mit 50°/ 0 
ihrer höchsten Wasserkapazität Wasser angefeuchtet und in ein größeres Gefäß 
gebracht, in welchem man die Oberfläche des Bodens möglichst einehnet. Alsdann 
wird eine Platte von Eisenblech oder Buchenholz von 1 qdcm Querschnitt fest auf- 
gedrückt, so daß eine vollständige Berührung des Bodens mit dem Metall oder 
Holz stattfindet. An dem in der Mitte der anderen Seite der Platte angebrachten 
Haken ward ein Bindfaden befestigt, der über eine Rolle geleitet wird und an 
welchen man ein Körbchen hängt. Letzteres wird so lange mit Sand belastet, 
bis die Platte vom Boden abreifit. Die zur Überwindung der Adhäsion erforder 
liche Kraft entspricht dem Gewichte des Körbchens mit dem Teile des Bindfadens, 
welcher bis zum Scheitelpunkte der Rolle reicht, abzüglich des Gewichtes der ab 
gerissenen Platte und dem anderen Ende des Bindfadens. 
17. Bestimmung der Benetzungswärme des Bodens. Unter Benetzungs 
wärme eines Bodens oder „Bodenenergie“ versteht man diejenige Wärmemenge, 
die der Boden hei seiner Benetzung mit Wasser entwickelt. Dieselbe ist von den 
physikalischen Eigenschaften des Bodens, nämlich von der Größe und Form der Ober 
fläche desselben und von den spezifischen Adhäsionskonstanten der einzelnen Bestand 
teile abhängig. Das Maß für die Wärmemessungen ist die Kalorie. A. Mitscherlich 1 ) 
glaubt in der Benetzungswärme einen Maßstab für einen direkten Vergleich der Boden 
proben untereinander in bezug auf ihren physikalischen Wert gefunden zu haben. 
Zur Bestimmung der Benetzungswärme bedient sich Mitscherlich des 
Bunsenschen, von Schüller und Wartha sowie von ihm selbst verbesserten 
hezw. abgeänderten Eiskalorimeters, 2 ) dessen Anordnung aus Fig. 13 S. 66 
ersichtlich ist. 
Dasselbe besteht aus dem Probierglase C und dem zylindrisch-eiförmigen Glasgefäß B, 
in welches oben das Probierglas eingeschmolzen ist, und welches unten in eine nach auf 
wärts umgebcgene Glasröhre endigt. Letztere ist an ihrem freien Ende erweitert und mit 
einem doppelt durchbohrten Pfropfen versehen, durch dessen eine Durchbohrung ein Glas 
stab mit Griff bis in das Quecksilber reicht und in dessen andere Öffnung eine Kapillare 
mit einer wagerecht liegenden. 40 cm langen Skala, die etwa 3 g Quecksilber faßt, ein 
gesetzt ist. 3 ) Ursprünglich bediente sich Mitscherlich des von Schüller und Wartha 
abgeänderten Biskalorimeters, bei welchem das kalibrierte Kapillarrohr durch ein ein 
faches Glasrohr ersetzt ist, welches in ein mit Quecksilber gefülltes Schälchen ausmündet. 
Die bei der Benetzung des getrockneten Bodens entstehende Wärme bringt Eis zuffl 
Schmelzen. Die durch das schmelzende Eis bewirkte Yolumenkontraktion wird in beiden 
Fällen durch die eingesaugte Quecksilbermenge gemessen, welche in ersterem Falle durch 
Ablesen an dem dem Volumen nach geeichten 4 ) Kapillarrohre, in letzterem Falle durch Wägen 
des Quecksilberschälchens vor und nach dem Versuch bestimmt werden; 1 kal. ist 0,01544 g 
Quecksilber und wird für 1 g Boden ausgedrtickt. Der Glasstab hat den Zweck, den Queck 
silberfaden nach jedem Versuch, ohne an der Kapillare zu rühren, wieder auf den Nullpunkt 
! ) Jouru. f. Landw. 1898, 4(i, 256 und 1900, 48, 71; Landw. Jahrbücher 1901, 30, 
361; 1902, 31, 577. Vergl. auch H. Rodewald, Zeitsclir. f. physikal. Chemie 1900, 33, 593. 
2 ) Das Eiskalorimeter wie auch die Apparate zu der nachfolgenden Bestimmung der 
Hygroskopizität werden von der Firma Franz Hugershoff in Leipzig geliefert. 
3 ) Diese Einrichtung ist später (Landw. Jahrbücher 1902, 31, 577) von A. Mitscherlich 
noch verbessert worden. 
4 ) Die Länge und Weite der dem Volumeninhalt nach geeichten Skala genügt fü r 
fast alle kalorimetrischen Bodenuntersuchungen; nur bei strengen Moor-und Tonböden muß 
das bequemere Ablesen des Queoksilberfadens durch das Wägen des QuecksilberschälohenS 
ersetzt oder, wenn man dies vermeiden will, eine geringere Menge Boden zur Untersuchung 
angewendet werden.
	        
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