Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Schmutzwasser.

fortgeht.  Bei  Gegenwart  von  viel  Gips  und  Chloriden  ist  die  letztere  Menge  sogar
sehr  erheblich,  so  daß  der  Glühverlust  keinen  Maßstab  für  die  Menge  der  organischen ­
  Stoffe  abgeben  kann,
b)  Vorstehendes  Verfahren  zur  Bestimmung  der  Schwebestoffe  ist  aber  unter
Umständen  langwierig  und  nicht  genau,  wenn,  wie  häufig,  die  betreffenden  Schmutzwässer ­
  schlecht  filtrieren;  denn  dann  erfährt  das  Wasser  schon  während  der
Filtration  eine  Veränderung,  welche  das  Ergebnis  beeinträchtigt.
Man  kann  dann  auch  in  der  Weise  verfahren,  daß  man  einen  Teil  des  gut
durchgesohüttelten  Wassers  durch  ein  trocknes  Faltenfilter  filtriert  und  je  100—250  com
des  unfiltrierten  und  des  filtrierten
Wassers  auf  dem  Wasserbade  eintrocknet, ­
  2  Stunden  bei  100—105°
trocknet,  wägt,  die  beiden  gewogenen ­
  Rückstände  bis  zum  Weißbrennen ­
  glüht,  mit  Ammoniumkarbonat ­
  durchfeuchtet,  eintrooknet,
zum  Verjagen  des  Ammoniumkarbonats ­
  schwach  erhitzt  und  wieder
wägt.  Die  Differenz  der  Glühverluste ­
  des  unfiltrierten  und  des
filtrierten  Wassers  gibt  die  Menge
der  organischen  Schwebestoffe,  sowie ­
  die  Differenz  der  Glührückstände ­
  des  unfiltrierten  und  des  filtrierten ­
  Wassers  die  Menge  der
unorganischen  Schwebestoffe  an.
Falls  ein  freien  Kalk  enthaltendes
Abwasser  vorliegt,  so  leitet  man
erst  Kohlensäure  bis  zum  Überschüsse ­
  ein  und  verfährt  wie  sonst;
die  dem  freien  Kalk  entsprechende
Menge  Kohlensäure  bringt  man  vom
Gesamtrückstand  in  Abzug.
2.  Trübung»-  bezw.  Durchsichtigkeitsgrad.
  Das  äußere  Aussehen ­
  (Farbe  und  Trübungsgrad)
gibt  in  vielen  Fällen  schon  wichtige  Anhaltspunkte  für  die  Beurteilung  und  über
die  Herkunft  eines  Wassers.  Die  Färbung  eines  Wassers  zu  beurteilen,  bietet
keine  Schwierigkeit;  dagegen  läßt  die  Beurteilung  des  Trübungs-  oder  Durchsichtigkeitsgrades ­
  dem  persönlichen  Empfinden  zu  viel  Spielraum;  denn  die  Bezeichnungen ­
  für  diese  Eigenschaften  wie  „schwach“,  „ziemlich  stark“,  „stark  weißlich
trübe“,  „schwach  bezw.  stark  rot-  oder  schwarzflockig  trübe“,  opalisierend  usw.
sind  sehr  dehnuugsfähig.  Das  oben  S.  805  erwähnte  Verfahren,  den  Grad  der  Durchsichtigkeit ­
  mit  Hilfe  der  Snellenschen  Schriftprobe  No.  1  festzustellen,  kann  schon  einheitlichere ­
  Werte  liefern,  ist  aber  auch  noch  recht  unzuverlässig.  Andere  Vorschläge,
so  von  Hazen  und  Whipple, 1 )  als  Vergleichsmaß  eine  Aufschwemmung  von  Kieselsäure ­
  in  Wasser  oder  von  Burgeß, 2 )  eine  Farblösung  von  Kobaltsulfat  und  Kalium-*)
  Zeitschr.  f.  Untersuchung  d.  Nahrungs-  u.  Genußmittel  1903,  6,  666  u.  567.
4 )  Ebenda,  1904,  7,  129,

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MidLUnie

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Glasscheibe

Fig.  319.  Schematischer  Längsschnitt  durch  das
Diaphanometer.
            
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