Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Chemische  Untersuchung.

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Nicht  nur  die  Abwässer  mit  viel  organischen  Stoffen  zersetzen  sich  selbst  in  gut
verschlossenen  Flaschen,  besonders  im  Sommer,  ungemein  schnell,  sondern  auch  in  Abwässern ­
  mit  vorwiegend  mineralischen  Bestandteilen  können  sich  beim  längeren  Aufbewahren ­
  Umsetzungen  vollziehen,  die  auf  die  Beurteilung  von  Einfluß  sein  können.
b)  Die  von  demselben  Wasser  bezw.  von  derselben  Stelle  entnommenen
Einzelproben  sind  in  eine  größere  reine  Flasche  umzufüllen,  durchzumischen
und  hiervon  Teilproben  nach  jedesmaligem  Durchmischen  zu  entnehmen.
c)  Die  vorhin  aufgeführten  Vorprüfungen  No.  1—6  sind  tunlichst  alle
zu  wiederholen  bezw.  zu  kontrollieren.
Was  den  Geruch  anbelangt,  so  tritt  derselbe  häufig  erst  durch  Erwärmen  auf  40
bis  50°  oder  durch  ümschwenken  einer  kleinen  Probe  in  einem  Becherglase  deutlich  hervor.
d)  Unter  Umständen  empfiehlt  es  sich  ferner,  die  Farbe  des  filtrierten  Wassers  und
deren  Veränderlichkeit  besonders  zu  verfolgen,  sowie  festzustellen,  ob  das  Wasser  klar
filtrierbar  ist,  ob  und  innerhalb  welcher  Zeit  die  Schwebestoffe  sich  absetzen.
e)  Die  Untersuchung  muß  nach  vollständig  gleichen,  in  einem  Streitfälle  von  den  betreffenden ­
  Chemikern  jedesmal  vorher  zu  vereinbarenden  Verfahren  erfolgen.  Die  Vereinbarung ­
  muß  sich  vorwiegend  auf  die  Art  der  Bestimmung  der  Schwebe-  und  gelösten  Stoffe,
Länge  des  Trocknens  der  Rückstände,  Bestimmung  der  organischen  Substanz,  des  organischen ­
  und  Ammoniak-Stickstoffs,  Schwefelwasserstoffs  usw.  erstrecken.
Hierbei  sei  noch  besonders  betont,  daß  man  bei  Bestimmung  der  organischen  Stoffe
durch  Kaliumpermanganat  nicht  nur  je  nach  dem  Verdünnungsgrad,  sondern  auch  je  nach
der  Menge  des  ursprünglich  zugesetzten  Kaliumpermanganats  in  saurer  oder  alkalischer
Lösung  sehr  verschiedene  Ergebnisse  erhält.
f)  Die  chemische  Untersuchung  soll  nur  auf  die  Bestandteile,  welche
für  die  jedesmal  zu  beantwortende  Frage  von  wirklicher  Bedeutung  sind,
ausgedehnt  werden.
1.  Gesamte  gelöste  Stoffe  sowie  organische  und  unorganische  Schwebestoffe.
Die  Schwebestoffe  bezw.  das  schmutzige  Aussehen  eines  Wassers  werden  meistens  für
schädlicher  angesehen  als  sie  in  Wirklichkeit  sind.  Es  empfiehlt  sich  daher,  deren
Art  durch  eine  genaue  Untersuchung  festzustellen.
a)  Eine  Menge  von  250—1000  ccm  (je  nach  dem  Gehalt  an  Schwebestoffen) ­
  wird  durch  ein  getrocknetes  und  gewogenes  Filter  filtriert,  das  Filter  2-mal
mit  wenig  destilliertem  Wasser  nachgewaschen,  darauf  bei  100—105°  getrocknet,
gewogen  und  eingeäschert.  Die  Asche  minus  Filterasche  gibt  die  Menge  der
mineralischen  Schwebestoffe,  Gesamtrückstand  minus  Gesamtasche  die  Menge  der
organischen  Schwebestoffe.
Hat  man  genügend  große  Goochsche  Platintiegel  zur  Verfügung
(vergl.  S.  250),  so  kann  man  sich  zweckmäßig  dieser  unter  gleichzeitiger
Benutzung  eines  Aspirators  bedienen.  Der  als  Filter  benutzte  Asbest  muß
völlig  rein,  d.  h.  tunlichst  mit  Salzsäure  ausgekocht  und  geglüht  sein.
Sollen  die  mineralischen  Schwebestoffe  näher  untersucht  werden,  so  löst  man
den  Aschenrückstand  in  Salzsäure  (oder  Salpetersäure  zur  Bestimmung  der  Phosphorsäure ­
  nach  dem  Molybdän  verfahren)  und  verfährt  wie  sonst.
Das  Gesamtfiltrat  einschl.  Waschwasser  oder  ein  aliquoter  Teil  desselben  wird
in  einer  Platinschale  zur  Trockne  verdampft,  2  Stunden  bei  100—105°  im  Trockenschrank ­
  nachgetrochnet  und  gewogen.  Darauf  wird  der  Rückstand  —  nötigenfalls
mit  den  S.  195  angegebenen  Hilfsmitteln  —  geglüht,  bis  alle  Kohle  verbrannt  ist,
mit  Ammoniumkarbonatlösung  angefeuchtet,  getrocknet,  schwach  erhitzt  und  wieder
gewogen.  Letzteres  Gewicht  gibt  die  Menge  der  gelösten  Mineralstoffe,  ersteres
Gewicht  minus  letzterem  die  Menge  der  organischen  Stoffe,  d.  h.  richtiger  des  Glühverlustes; ­
  denn  dieser  besteht  unter  Umständen  auch  zum  Teil  aus  Ammonsalzen
und  chemisch  gebundenem  Wasser,  welches  durch  Trocknen  bei  100—105°  nicht
            
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