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Schmutzwasser.
Sommers an Wehren und Mühlrädern auf. Nach den Angaben von Mez lebt Sphaerotilus
nur in stark verunreinigtem Wasser. Man findet ihn in Vorflutern, die
ungereinigte städtische Abwässer und solche von Brauereien, Brennereien, Mälzereien
und Zuckerfabriken aufnehmen. Doch
gibt Marsson 1 ) an, daß dieser Pilz
ebenso wie der weiter zu beschreibende
Leptomitus lacteus in reinen Wässern
bei unbedeutenden örtlichen Verunreinigungen
in vereinzelten Zöpfen
erscheint. Wasserläufe, die größere
Mengen der Vegetationen dieser Pilze
enthalten, werden aber stets als über
das zulässige Maß verschmutzt gelten
müssen. S c h i k o r a hat als Sph. fluitans
einen dem Sph. natans sehr ähnlichen
Pilz beschrieben, dessen Fäden 3 fi
dick sind, aus Einzelzellen von 6,6 fi
Länge bestehen, schleimige, verklebende
Scheiden besitzen und unregelmäßig
verzweigt sind. Er bildet in Rieselgräben
graubraune Vließe.
Beggiatoa alba (Fig. 323 bis
326 ist eine andere in Abwässern in
großen Mengen auftretende Spaltpilzart,
die in einzelnen Fäden, wie schon
erwähnt, auch in reinem Wasser verkommt
und dann meist begrenzte örtliche
Zersetzungsvorgänge anzeigt.
Beggiatoa wuchert am Boden
und an faulenden Gegenständen im
Wasser als feiner, weißlicher, sammetartiger
Belag, der sich im Wasser
leicht verteilt. Der Pilz lebt vorwiegend
in stehendem oder nur schwach
bewegtem Wasser.
Untersucht man ein Stückchen des Pilzrasens
unter dem Mikroskop, so findet man, daß er aus
unzähligen feinen, unverzweigten Fäden besteht,
welche nur bei stärkerer Vergrößerung eine
Struktur aufweisen. Die Fäden selbst sind von
sehr geringer, aber etwas verschiedener Stärke,
die jüngeren 1 f.i, die älteren bis 5 fi messend.
In den älteren Fäden sieht man oft dunkle Körner,
die aus Schwefel bestehen.
Die Struktur der Fäden ist häufig schon ohne Anwendung
von Reagenzien zu erkennen; sie besteht in einer
Gliederung in Längs- und Kurzstäbchen und bei älteren Fäden
in Scheiben. Bei Anwendung von alkoholischen Anilinfarbstoff-Sr
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Fig. 324.
Beggiatoa.
Fragment eines
Fadens bei 900-fach
er Vergr.,
in welchem die
einzelnen Kurzstäbchen
in
niedrige Zylinderscheiben
zerfallen sind.
Fig. 325.
Beggiatoa.
Ein Faden bei
900-fach. Vergr.,
in welchem die
Zylinderscheibe
durch Längsteilung,
also parallel
zur Achse
des Fadens in
Mikrokokken
zerlegt wird.
Fig. 326.
Beggiatoa.
Scheinbar ungegliederter
Faden bei 600-facher
Vergr. mit reicher Einlagerung
von Schwefel.
L ) Vierteljahresschr. f. gerichtl. Chemie 1901, 21, Suppl.-Heft, 61.