Nachweis der Beschädigungen durch saure Rauchgase.
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besonders die Äcidienform der üredineen erzeugen gelbe oder rötliche Mecken auf
den Blättern, die den durch saure Rauchgase gebildeten ähnlich sind. Hier aber
läßt ein Querschnitt durch die Flecken und Betrachtung desselben unter dem Mikroskop
leicht eine Entscheidung treffen; denn im Falle einer Pilzbeschädigung wird
inan das Pilzmycel in oder zwischen den Zellen finden.
s) Tierische Parasiten. Als solche, Eauchbeschädigungen vortäuschende
Insekten kommen z. B. in Betracht: Aphis cerasi (Kirschblattlaus), Ehynchites alliariae
(Blattrippenstecher), Chrysomela populi (Pappelblattkäfer), Chermes laricis (Lärchenblattlaus),
besonders auch die Nonnenraupe usw.; sie alle erzeugen der Säurewirkung
ähnliche Blattflecken. Haben letztere eine solche Entstehungsursache, so wird man
an den angefressenen Nadeln oder Blättern, Kotresten, trocknen Eaupenhäuten und
anderen Merkmalen die Ursache der Schädigung aufdecken können. Jedoch soll man
in solchen Fällen, wenn Zweifel bestehen, einen Phytopathologen hinzuziehen.
£) Ferner sei noch darauf hingewiesen, daß nach unseren Versuchen Sodaund
Kalkstaub an Blättern ebenfalls Verletzungen, braune Flecken und Bänderungen
(bezw. gelbe Spitzen bei den Nadelhölzern) hervorrufen können, welche den
durch die sauren Rauchgase hervorgerufenen ähnlich sind.
Alle diese und andere Umstände, welche das Wachstum der Pflanzen und
Bäume schädigend beeinflußt haben können, sind bei der Ortsbesichtigung eingehend
zu berücksichtigen. Im übrigen werden sich die Rauchbeschädigungen durchweg
durch verschiedene äußere und innere Erscheinungen kundgeben.
a) Äufsere Erscheinungen an den Pflanzen und Bäumen. Auf Rasenflächen
zeigen sich bei Beschädigungen durch saure Rauchgase oft gelb bis braun gefärbte
Stellen, auf denen der Graswuchs entweder ganz zerstört ist oder sich die einzelnen
Halme durch ein rostfleckiges, gelbes Aussehen von gesunden Halmen unterscheiden.
Bei Baum-Beschädigungen ist die Rinde der Stämme, welche der fraglichen
schädlichen Quelle zugekohrt ist, nicht selten schwarz gefärbt, korrodiert oder
gar zum Teil ganz abgefressen, während auf der Schutzseite normale Beschaffenheit
vorhanden sein kann.
Die Kronen der Bäume sind bei stärkeren Einflüssen abgestorben, die Zweige
entblättert und geschwärzt.
Bei Nadelhölzern fallen die Nadeln ab, die jüngeren Zweige trocknen ein
und fallen ebenfalls zu Boden; die so gebildete dicke Schicht („Geniste“) zersetzt
sich schwer und kann nach Haselhoff und Lindau 1 ) in rauchbeschädigten
Wäldern, z. B. Fichtenwäldern mit als äußeres Merkmal für eine Rauchbeschädigung
dienen.
Vorwiegend aber sind es die Blätter bezw. Nadeln der Bäume, Gartenund
FeldfrUchte selbst, auf deren Aussehen man zu achten hat.
Besonders kennzeichnend sind hier die gelbbraun erscheinenden Ränder
der Blattspreiten und die zwischen den Blattnerven vorhandenen, ebenso gefärbten
größeren oder kleineren Flecken, welche nicht selten an ihren Grenzen einen
dunkler gefärbten Rand haben.
Bei starker Einwirkung ist oft das ganze Blatt bis auf einen schmalen
Streifen zu beiden Seiten der Mittelrippe gelb gefärbt.
Die Nadelhölzer sind besonders empfindlich gegen schädliche Gase, denn
bei ihnen findet man zuerst deutliche Anzeichen einer Schädigung. Vielfach
sind die Zweige ganz von Nadeln entblößt oder die letzteren stechen auffallend
J ) B. Haselhoff und G. Lindau, Die Beschädigung der Vegetation durch Rauch.
Berlin 1903, 102.
Landwirtschaftliche Stoffe, 3. Auflage. 57