922
Beschädigungen der Vegetation durch Hauch und Staub.
an. Aus der in einem Meßzylinder aufgefangenen, dem durchgeführten Gase gleichen
Wassermenge und aus der Menge des verbrauchten Jods berechnet man den Gehalt
der Schornsteinluft bezw. der Röstgase an Volumprozenten schwefliger Säure.
Die Einrichtung vorstehenden Apparates (Fig. 347) ist eine sehr einfache. In
die etwa x / 4 ihres Inhaltes mit Wasser gefüllte Flasche A werden durch die mittlere
Öffnung des 3-fach durchbohrten Korkes einige Kubikzentimeter 1 / 10 Normal-Jodlösung
und so viel Stärkekleister eingeführt, daß die Flüssigkeit tiefblau erscheint. Als
Aspirator dient die Flasche B mit dem Heberrohr h, dessen unterer Kautschukansatz
durch einen Quetschhahn zu verschließen ist. Nachdem man sich von dem dichten Ver
schluß des Apparates überzeugt hat, wird der Stopfen in eine zu bohrende Öffnung
des Schornsteins bezw. des Eauchabzugkanals eingesetzt und nun durch vorsichtiges
öffnen der Quetschhähne m und i ein langsamer Luftstrom so lange durchgeleitet,
bis die Flüssigkeit in der Flasche A eben gerade entfärbt wird. Alsdann schließt
man die beiden Hähne, läßt durch die mittlere Durchbohrung des Stopfens 10 ccm
1 Iio N.-Jodlösung einfließen und saugt abermals so lange Schornsteinluft durch, bis
wieder Entfärbung der Jodlösung eingetreten ist. Das Volumen der durchgesaugten
Luft ist gleich dem des ausgeflossenen Wassers, welches in dem untergestellten
Meßzylinder gemessen wird.
Die Einwirkung der schwefligen Säure auf das Jod geht nach folgender
Gleichung vor sich: 2 J + S0 2 + 2H 2 0 = 2HJ + H 2 S0 4 ; also sind 10 ccm der
1 Iio Normal-Jodlösung (0,127 g J oder richtiger 0,12697 g J enthaltend) gleich
0,032 g (bezw. richtiger 0,03203 g) S0 2 .
Da 1000 ccm S0 2 bei 760 mm Atmosphärendruck und 0° Temperatur gleich
ist x / 2 S0 2 x Krith, also 32 x 0,089578 = 2,8665 g, so sind die gefundenen 0,032 g
S0 2 = 11,16 ccm S0 2 .
Durch Division dieser Zahl durch die Kubikzentimeter durchgesaugter
Luft + der gefundenen Kubikzentimeter S0 2 erhält man den Prozentgehalt an
schwefliger Säure in der Schornsteinluft.
Angenommen, es sollen 10 ccm 1 110 N.-Jodlbsung durch ein Volumen Schorn
steinluft gleich dem von 134 ccm Wasser entfärbt worden sein, so beträgt mit
Einschluß der schwefligen Säure das Volumen Schornsteinluft im ganzen 134
+ 11,16 = 145,16 ccm und der Gehalt derselben an schwefliger Säure = —
= 7,69 Volumprozent.
Bei etwaiger Bestimmung der Salzsäure in Rauchgasen läßt man ein be
stimmtes, hinreichendes Volumen der letzteren durch überschüssige Silbernitrat
lösung gehen, wobei man den erhaltenen Niederschlag, um das von den Rauchgasen
reduzierte Silber zu entfernen, abfiltriert, ihn dann in Ammoniak löst, das Chlor
silber aus dem Filtrat mit Salpetersäure wieder ausfällt und als solches wägt.
Oder man saugt die Schornsteinluft durch überschüssige reine, d. h. chlor
freie Kalilauge, kocht diese zur Oxydation der organischen Eauchbestandteile mit
Kaliumpermanganat, bis die Lösung farblos ist, filtriert, säuert mit Salpetersäure
an und fällt das Chlor wie üblich als Chlorsilber.
Da 1 Teil AgCl = 0,254 Teilen HCl und 1 1 HCl = 18,25 x 0,089578 =
1,63479 g wiegt, so ist 1 Teil AgCl = 166,37 ccm HCl. Die Umrechnung auf
Prozent-Gehalt der Eauchluft erfolgt wie bei schwefliger Säure.
Man kann auch die Gesamtsäuren (Schwefel-, schweflige Säure und Salz
säure usw.) in den Rauchgasen dadurch bestimmen, daß man die Rauchgase durch
Alkalilauge saugt und die Säuren in üblicher Weise bestimmt; man pflegt dann die
Gesamtsäuren auf S0 3 umzurechnen und ein Rauchgas nach einer preußischen berg