Schmieröle.
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Filtrieren durch ein trockenes Filter oder durch vorsichtiges Erwärmen auf 110° in offener
Schale bis zum ruhigen Fließen zu entwässern. Mit dem entwässerten Öle ist eine
Kontrollbestimmung auszuführen. “
Das Englersche Viskosimeter (Pig. 348) besteht aus der mittels Deckel A' zu
schließenden Kapsel A, deren Form und Größenverhältniaae aus der Abbildung zu ersehen
sind. Die Mitte des konisch verlaufenden Bodens mündet in ein 3 mm weites und 20 mm
langes Ausflußrohr a, welches aus Messing angefertigt ist. Dasselbe kann mit dem gut
eiugepaßten Ventilstift b verschlossen und geöffnet werden. 24 mm über dem trichterförmigen
Boden trägt die Kapsel 4 Stifte c, die zum Abmessen des Öles dienen, indem der
Innenkasten, bis hier gefüllt, 240 ccm faßt. Durch eine Öffnung des Deckels wird das
Thermometer in das zu prüfende Öl eingesenkt.
Der ganze Apparat ist von einem oben offenen Messingmantel B umgeben, welcher
für gewöhnlich mit Wasser und bei Viskositätsbestimmungen für höhere Temperatur mit
Paraffinöl angefüllt wird.
Ein Dreifuß dient als Träger des Apparates. Der beigegebene Meßkolben, welcher
die Marken 200 und 240 ccm trägt, muß genau unter die Ausflußöffnung des Apparates
gestellt werden, so daß das ausfließende Öl nicht die Wandungen des Halses streift.
Zur Eichung des Apparates, d. h. zur Bestimmung der Zeit, welche zum Ausfluß
von 200 com Wasser erforderlich ist, wird Wasser von 20° in den Innenkasten genau
bis zu den Markenstiften c gegeben, wozu 240 ccm erforderlich sind. Auch der Kaum
zwischen dem Innenkasten A und dem Mantel B wird mit Wasser 1 ) von derselben Temperatur
gefüllt, alsdann der Stopfen geöffnet und nun mittels einer Sekundenuhr oder
besser eines Chronoskops die Zeit bestimmt, in der ein untergestellter 200 ccm-Kolben gefüllt
ist. Die Ausflußzeit soll bei richtig gebauten Apparaten 60—52 Sekunden betragen.
Die Bestimmung der Zähflüssigkeit eines Öles wird, nachdem der Apparat
vollkommen gereinigt und trocken ist, wie vorhin beschrieben, mit 240 ccm (bezw. bis zu
den Markeustiften) des auf die erforderliche Versuchstemperatur (20°, 50° usw.) erwärmten
Öles vorgenommen. Durch Division der Auslaufzeit von 200 ccm Wasser in die Auslaufzeit
von 200 ccm Öl findet man den Viskositätsgrad nach Engler für das betreffende Öl.
Es ist selbstverständlich genau darauf zu achten, daß der Apparat stets rein und
trocken verwendet wird und die Temperaturen möglichst genau innegehalten werden. Die
zulässigen Temperaturschwankungen betragen nach D. Holde 0,05—0,16° für 20°, 0,2°
für 30°, 0,4° für 40°, 0,6° für 50° usw. Bei Versuchen, die bei höheren Temperaturen
ausgeführt werden, ist die Volumenzusammenziehung des ausgelaufenen Öles zu berücksichtigen.
Nach D. Holde dehnen sich 240 ccm Öl für je 10° Erwärmung um 1,7 ccm aus.
Man bringt alsdann eine Korrektur an, welche auf je 5 Minuten Ausflußzeit für 1 ccm
Auffüllungsfehler -)-1 Sekunde beträgt.
Im Handel unterscheidet man hinsichtlich der Viskosität zwischen Spindelölen
(für leichte Belastung und große Geschwindigkeit) mit einer Viskosität unter
10 Englerschen Graden hei 20° und zwischen Maschinenölen (für schwere Belastung)
mit einer Viskosität über 10 Englerschen Graden. Uber die Viskosität
anderer Schmieröle und die von der preußischen Eisenbahn-Verwaltung an Wagenund
Lokomotivöle gestellten Anforderungen vergl. S. 941.
Zur mechanischen Prüfung der Öle hinsichtlich ihres Reibungskoeffizienten
dienen die sog. ölprobiermasehinen, bezüglich deren Einrichtung auf die Literatur
verwiesen sei, insbesondere auf D. Holdes „Untersuchung der Mineralöle und Fette,
sowie der ihnen verwandten Stoffe mit besonderer Berücksichtigung der Schmiermittel“
(Berlin bei Julius Springer, II. Aufl., 1905).
3. Untersuchung des Verhaltens der Schmieröle in der Killte (Bestimmung
des „Kältepunktes“). Das Verhalten der Schmieröle in der Kälte, insbesondere die
Bestimmung der Temperatur, bei der die Öle zu erstarren beginnen (des Kälte-9
Bei Viakoaitätsbestimmungen über 50° verwendet man als Heizflüssigkeit Paraffinöl.