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Anhang.
gebracht, kräftig mit demselben durchgeschlittelt und die Lösung filtriert. Dieselbe
läßt sich im Dunkeln ohne Veränderung aufbewahren (vergl. S. 811).
52. Milions Reagens. 1 Teil Quecksilber wird in 2 Teilen Salpetersäure von
1,42 spezifischem Gewicht zuerst in der Kälte, zuletzt in der Wärme gelöst. Nacli
vollständiger Lösung fügt man auf 1 Volumen Lösung 2 Volumen Wasser zu, läßt
einige Stunden absitzen und bewahrt die abgegossene klare Flüssigkeit in mit Glasstöpseln
versehenen Fläschchen auf.
Die Wirkung der Millonschen Lösung beruht auf dem gleichzeitigen Vorhandensein
von salpetriger Säure; man setzt daher nötigenfalls bei der Prüfung auf Eiweiss
etwas salpetrigsaures Kalium zu.
53. Quecksilberjodid-Jodkalium (Brückes Reagens). 13,5 g Quecksilberjodid,
49,8 g Jodkalium für 1 1 Wasser.
Bereitung der Lösungen der Reagenzien nach Blochmann.
Da die Konzentrationsverhältnisse der oben angegebenen Reagenzien meistens
ganz willkürlich sind, so schlägt Blochmann 1 ) vor, dieselben den stöchiometrischen
Verhältnissen anzupassen und die Reagenzien als Normallösungen, Zweifach-Normallösungen
und Halb-Normallösungen anzuwenden, und zwar:
zweifach-normal: die Lösungen der Säuren, der Alkalien, der Ammoniumund
Natriumsalze mit Ausnahme des Binatriumphosphats;
halb-normal: die Lösungen der Edelmetalle (einschl. Quecksilberchlorid) und
des Baryumnitrates;
normal: die übrigen Reagenzien.
Durch diese Wahl der Konzentration bewirkt man, daß gleiche Raumteile
der verschiedenen Reagenzien einander entsprechen oder doch in einem einfachen
Verhältnis zueinander stehen, was in vieler Beziehung ein zweckmäßigeres Arbeiten
gestattet und einem übermäßigen Verbrauch von Reagenzien vorbeugt. Auch erhält
man leicht aus der Menge des verwendeten Reagenzes ein ungefähres Urteil über die
Mengenverhältnisse, in denen die einzelnen Bestandteile in der zu untersuchenden
Lösung vorhanden sind.
Für Reagenzien, welche sich in Wasser nicht in der normalen Menge lösen,
macht man hei gewöhnlicher Temperatur gesättigte Lösungen und bezeichnet diese
Lösungen als = Wasser, z. B. Kalkwasser, Bromwasser usw.
Für die oxydierend und reduzierend wirkenden Reagenzien sei die Stärke so
bemessen, daß ein Liter der Lösung 8 g Sauerstoff (= x / 2 Gramm-Molekül) abzugeben
oder aufzunehmen vermag.
Die konzentrierten Säuren sind entweder wasserfrei (konzentrierte Schwefelsäure)
oder gesättigt (konzentrierte Salzsäure). Als konzentrierte Salpetersäure
genügt ein Gemisch gleicher Gewichtsteile wasserfreier Säure und Wasser.
Es seien nachfolgend die für die wichtigsten Reagenzlösungen anzuwendenden
Gewichtsmengen angegeben:
1, Konzentrierte Säuren.
Konzentrierte Salzsäure . .
„ Salpetersäure
„ Schwefelsäure
Spez. Gew.
. 1,160
. 1,305
. 1,840
Gew.-°/ 0
31,8 etwa 10-faoh normal.
48,1 „ 10 „
96,0 „ 20 „
1 ) Erste Anleitung zur qualitativen chemischen Analyse von R. Blochmann,
Königsberg 1890.