Object: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Süßweine 
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Sumach 
Rohr- oder Rübenzucker, aber nicht entsprechen 
den Nährwert besitzen. Die wichtigsten hierher 
gehörigen Stoffe: Saccharin, Dulzin und Gluzin 
sind unter ihren besonderen Namen besprochen 
worden. Im Hinblick auf den Umstand, daß 
diese Stoffe keinen eigentlichen Nährwert be 
sitzen, aber in großem Umfange zur Verfäl 
schung von Nahrungs- und Genußmitteln Ver 
wendung fanden, ist der Verkehr mit ihnen durch 
das Reichsgesetz vom 7. Juli 1902 verschiedenen 
Einschränkungen unterworfen wordeni. Insbeson 
dere ist, es verboten, Süßstoff herzustellen oder 
Nahrungs- und Genußmitteln bei deren gewerb 
licher Herstellung zuzusetzen; ferner Süßstoff 
oder süßstoff haltige Nahrungs- oder Genuß mittel 
aus dem Auslande einzuführen; und endlich 
Süßstoff oder süßstoffhaltige Nahrungsmittel feil 
zuhalten oder zu verkaufen. Aus Rücksicht auf 
die Zuckerkranken, welche dieser Stoffe be 
dürfen, sind gewisse Ausnahmen zugelassen. S. 
dürfen nur in einer einzigen deutschen Fabrik, 
derjenigen des Erfinders des Sacharins, Dr. Fahl 
berg, hergestellt werden. Unter bestimmten ein- 
schränkenden Bestimmungen ist der Verkauf 
durch Apotheken gestattet. Auch darf S. an 
solche Personen abgegeben werden, welche die 
amtliche Erlaubnis hierzu besitzen, insbesondere 
Personen, welche den Süßstoff zu wissenschaft 
lichen Zwecken, zur Verpflegung von Zucker 
kranken sowie zur Herstellung von vergiftetem 
Getreide benutzen wollen. Während des Krieges 
sind die Bestimmungen des Süßstoffgesetzes 
wegen des Zuckermangels zum Teil außer Kraft 
gesetzt worden. 
Süßweine nennt man die Gruppe der Des 
sertweine (s. d.), die sich durch hohen Gehalt 
an Alkohol und Zucker auszeichnen und in ihren 
besten Sorten aus stark süßen Trauben, vielfach 
aber auch unter Verwendung von Zucker her 
gestellt werden. Zu ihnen gehören hauptsächlich 
die rheinischen Ausbruchweine, die Tokaier-Aus- 
bruchweine, die sizilianischen Muskat- und Mal 
vasierweine und die Malagaweine. 
Süvernsche Desinfektionsmasse zur Des 
infektion von Aborten und Kanälen besteht aus 
einer Mischung von zehn Teilen Ätzkalk, einem 
Teil Magnesiumchlorid und einem Teil Stein 
kohlenteer, die mit der 24 fachen Menge Wasser 
angerührt wird. 
Sulfaminol (Thiooxydiphenylamin), ein 
Antiseptikum, entsteht, wenn man auf die in 
Wasser gelösten Salze des Metaoxydiphenyl- 
amins in geeigneter Weise Schwefel einwirken 
läßt. Das hellgelbe, geruch- und geschmack 
lose Pulver ist unlöslich in Wasser, hingegen lös 
lich in Alkohol und schmilzt bei 155°. Es wird 
als Ersatz des Jodoforms empfohlen und von 
den Imkern als Mittel gegen die Faulbrut der 
Bienen angewandt. 
Sulfat ist die Allgemeinbezeichnung für jedes 
schwefelsaure Salz, z. B. Kupfersulfat — Kupfer 
vitriol. In Färbereien versteht man unter S. 
die dort gebräuchliche schwefelsaure Tonerde, 
in Sodafabriken und im Handel das wasser 
freie schwefelsaure Natron, das sog. kalzinierte 
Glaubersalz. Siehe die betreffenden Abhand 
lungen. 
Sulfitlauge, die bei der Behandlung des Holzes 
mit schwefliger Säure zur Zellulosegewinnung 
abfallende braune Flüssigkeit, die ziemlich reich 
an organischen Zersetzungsprodukten der inkru 
stierenden Stoffe (Lignin, Kutin, Suberin) ist 
und gegen 2 °/o Zucker enthält, hat während des 
Krieges eine große technische Bedeutung ge 
wonnen. Nach Beseitigung verschiedener Schwie 
rigkeiten ist es gelungen, den Zucker der Lauge 
in Alkohol überzuführen, und man hat be 
rechnet, daß aus den 5000001 in Deutschland 
jährlich abfallender Sulfitlauge 400 000 hl reiner 
Spiritus hergestellt werden können. Nachdem 
die entgegenstehenden Vorschriften des Brannt 
weinsteuergesetzes beseitigt waren, hat der Kriegs 
ausschuß für Ersatzfutter eine Reihe von Sulfit 
spiritusfabriken erbaut, die teilweise schon im 
Betrieb sind. — Die Verwendung der S. zur 
Gewinnung von Hefe hat keine praktische Be 
deutung erlangt, weil die an die Futterhefe ge 
knüpften Erwartungen sich bald als trügerisch 
erwiesen. — Ein Teil der S. wird, zu einem 
Sirup von 36° Bö und einem spez. Gew. von 
1,337 eingedampft, als Ersatzmittel für die Lack 
fabriken in den Handel gebracht. 
Sulfonal (Sulf onalum), (CH 2 ) 2 . C . (S0 2 • 
C 2 H 5 ) 2 , wird durch Einleiten von Salzsäuregas 
in eine Mischung von Merkaptan und Azeton und 
nachherige Oxydation des entstandenen Merkap- 
tols mit Kaliumpermanganat dargestellt. Durch 
Umkristallisieren aus Alkohol erhält man es, in 
farblosen Prismen, die bei 125° schmelzen und 
bei 300 0 sieden. Das S.. ist in heißem Wasser 
und Alkohol ziemlich leicht, in Äther etwas 
schwerer löslich und wird in wäßriger Lösung 
als Schlafmittel verordnet. Vor dem Chloral- 
hydrat hat es den Vorzug, nicht auf das Herz 
zu wirken. Die Herstellung muß wegen des 
scheußlichen Geruchs des Merkaptans und Mer- 
kaptols in unbewohnten Gegenden erfolgen. 
Sulfuraurat (Antimonpentasulfid, Gold 
schwefel, Fünffachschwefelantimon, lat. 
Stibium sulfuratum aurantiaoum, frz. Soufre dorö 
d’antimoine, engl. Golden sulfide of antiraony) 
wird dadurch erhalten, daß man gepulvertes 
Grauspießglanzerz (Antimontrisulfid) mit Natron 
lauge und Schwefel kocht, die Flüssigkeit vom 
Rückstände trennt und zur Kristallisation bringt. 
Die erhaltene gelbe Kristallmasse, Schlippe- 
sches Salz genannt, wind in Wiasser gelöst 
und aus der Schwefelantimonschwefelnatrium ent 
haltenden Lösung mit Salzsäure das S. aus- 
gefällt. Es ist ein orangerotes, in Wasser unlös 
liches Pulver, das früher sehr oft bei Erkran 
kungen der Atmungsorgane medizinisch verord 
net wurde, jetzt aber nur noch selten Anwendung" 
findet. In der Technik wird Goldschwefel beim 
Vulkanisieren von Kautschuk sowie bei der Her 
stellung von Streichhölzern benutzt. 
Sumach (Schmack, frz. Sumac, engl. Sbu- 
mac), ein wichtiger Gegenstand des Drogen- und 
Farbwarenhandels, besteht aus den getrockneten 
und gemahlenen Blättern, Blattstielen, Blü 
ten und dünnen Zweigen von bäum- oder 
strauchartigen Gewächsen der Familie Rhus, die 
wegen ihres hohen Gerbstoffgehaltes als Gerbe 
mittel und zu Farbenbeizen Verwendung finden- 
Am gerbstoffreichsten ist der Gerberbaum 
(Rhus coriaria), der an seinen s—7paarig 811 
Fiederblättern, grünlichgelben Blütenbüscheln 
und schön roten, aus gehäuften Früchtchen b®'
	        
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