fullscreen: Neuzeitliche Krüppelfürsorge

zelnen genauen Aufschluß über die notwendigen Unterlagen, die zur 
Erlangung eines Staatszuschusses für die Berufsschule beizubringen 
sind. 
Mit der Ausführung des Gesetzes sind der Minister für Handel 
und Gewerbe und der Minister für Landwirtschaft, Domänen und 
Forsten, und zwar jeder für den Bereich seiner Verwaltung beauf- 
tragt. Den Unterricht an den modernen Berufsschulen erteilen staat- 
lich geprüfte Gewerbelehrer und Gewerbeoberlehrer. über die Aus- 
bildung derselben sei kurz Folgendes gesagt: 
Die Ausbildungsstätten der Lehrkräfte unserer modernen Be- 
rufsschulen sind das Gewerbelehrerseminar in Charlottenburg und die 
staatliche Ausbildungsstätte für Gewerbelehrer in Köln, Salierring 32. 
In der Verfassung der letzteren heißt es: „Die staatliche Ausbildungs- 
stätte für Gewerbelehrer in Köln ist geschaffen, um dem starken Be- 
dürfnis nach Lehrkräften an den Berufsschulen, die mit der wirtschaft- 
lichen und kulturellen Eigenart des Westens vertraut sind, gerecht zu 
werden. Die Einrichtung gliedert sich in eine fachlich-methodische sowie 
eine wissenschaftliche Abteilung. Die Ausbildung erstreckt sich auf 
5 Hochschulsemester. Zur Aufnahme ist neben den theoretischen Kennt- 
nissen vor allem auch eine gewerbliche Tätigkeit in einem größeren 
Handwerks- oder Fabrikbetriebe erforderlich, die mit der Gessellen- 
prüfung abzuschließen hat.“ Bisher fanden an drei Tagen Vor- 
lesungen statt, an den übrigen Tagen konnten die Herren entweder 
Unterricht geben in irgendwelchen Berufsschulen oder sich selbst 
praktisch noch weiterbilden. Nach neueren Mitteilungen werden von 
Oktober vor. Is. ab nur zwei Tage vorlesungsfrei sein. Heute bereiten 
sich auf den Beruf des Gewerbelehrers eine große Zahl Junglehrer 
vor. Zur Fortbildung leistet wertvolle Dienste die seit dem 1. Januar 
vor. Is. vom staatlichen Ausbildungsinstitut in Köln herausgegebene 
Zeitschrift „Kölner Blätter für Berufserziehung“ (Du Mont, Schau- 
bergsche Buchhandlung, Köln). 
Wenn wir uns den inneren Aufbau einer modernen Berufsschule 
ansehen, so gilt als Grundform laut Erlaß vom 1. 7. 1911 die Schule 
mit 3 aufsteigenden Klassen, Unter-, Mittel- und Oberstufe. Wie eben 
schon erwähnt, ist für Schüler bei ungenügender Schulbildung eine 
Vorklasse zu bilden. Ihre Aufgabe ist es, die Schüler zum Eintritt in 
die Unterstufe, ausnahmsweise in die Mittelstufe vorzubereiten. Bis 
zum Febr. vorvergangenen Jahres durfte die Schülerzahl einer Klasse 
in der Regel nicht mehr als 30, nicht weniger als 20 betragen. Für 
Zeichenklassen und einklassige Schulen war die Höchstzahl 30. Durch 
Ministerialerlaß vom 18. Februar 1924 sind bis auf weiteres folgende 
Abweichungen zugelassen: „Die Zahl der Schüler einer Klasse soll in 
der Regel nicht mehr als 40, nicht weniger als 25 betragen.“ 
98
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.