Full text: Großhandel und Industrie optisch-photographischer Bedarfsartikel

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Einstellung auf die veränderten Verhältnisse durch Zuführung weib 
licher Arbeitskräfte erfolgen. 
Eine besondere Aufgabe fiel der Industrie zu durch Versorgung 
des Heeres. Denn die umfangreiche Verwendung der Optik und 
Photographie, der enorme Verbrauch der Flieger und Lazarette an 
Instrumenten, Apparaten, Platten und Papieren, ebenso auch die 
ausgedehnte Anwendung der optischen und photographischen Apparate 
und Instrumente für Zwecke des Generalstabes zu Vermessungen und 
nicht minder der große Bedarf des Bild- und Filmamtes für Zwecke 
der Illustration und der Auklärung haben es nötig gemacht, einzelne 
Gebiete, so die Platten- und Papierfabrikation, durch Schaffung neuer 
ihrem Verwendungszwecke besonders angepaßter Platten und Papiere 
erheblich auszubauen. 
Auch die optischen Anstalten und die Kameraindustrie sind an der 
Versorgung des Heeres mit Materialien stark beteiligt, und die Fa 
briken photographischer Bedarfsartikel haben es verstanden, sich den, 
Erfordernissen des Heeresbedarfs bei ihrer Fabrikation vorzüglich 
anzupassen. 
Die Bedeutung der Photographie in der Kriegszeit hat aber auch 
einen wirtschaftlichen Aufschwung der Gewerbsphotographie herbei 
geführt, deren Konsum namentlich an Verbrauchsmaterial, wie 
Platten und Papier, erheblich gestiegen ist, zumal, wie schon bemerkt, 
die früher verwandten ausländischen Trockenplatten und Papiere 
jetzt in Wegfall kommen. Bei diesen Konsumenten ist aber ebenso 
wie für den Export nach dem neutralen Auslande die Preisfrage 
Gegenstand vielfacher Erörterungen. Denn der Fabrikant muß nicht 
nur höhere Löhne bezahlen, sondern auch die Preise für Rohmateria 
lien sind ganz gewaltig gestiegen. Die Erhöhung der Kohlenpreise 
hatte eine Verteuerung des Glases zur Folge, auch Metalle, Silber, 
Chemikalien, Papier, Karton, kurz alle Materialien, die in der 
Optik und Photographie verwandt werden, haben Preissteigerungen 
erfahren, die vielfach mehr als 100 Prozent des Friedenspreises aus 
machen. Da ist es denn erklärlich, daß der Fabrikant seine Preise 
den höheren Produktionsunkosten entsprechend erhöhen muß. Im 
Verkehr der Konsumenten mit den Fabrikanten bzw. Händlern hat der 
Krieg insofern eine Besserung gebracht, als die früher allgemein 
übliche ungesunde Kreditwirtschaft aufgehört oder zum mindesten 
eine wesentliche Einschränkung erfahren hat. 
Beim Export unserer Industrie nach den neutralen Ländern 
muß in der Preisfrage auch der Niedergang der deutschen Valuta 
berücksichtigt werden. Um eine Hebung der deutschen Valuta herbei 
zuführen, wurde beschlossen, sich dem Vorgehen anderer Industrie 
zweige anzuschließen und bei Lieferungen in das neutrale Ausland
	        
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