Full text: Die Entwicklung der Weißgerberei

63 
verein vom Momente seiner Gründung an auf Alaun einen Abgabe 
satz von 1 Taler 10 Silbergroschen beim Eingang in das Zollgebiet 
legte; denn man muß sagen, daß seine Zollsätze von 1834 im all 
gemeinen auf dem Standpunkt der Jndustriebegünstigung stehen; Roh 
stoffe sind steuerfrei, so auch Holzborke oder Gerberlohe; daß der Alaun, 
welcher für alle Jndustrieen mit Ausnahme der Alaunsiedereien ebenfalls 
die Bedeutung eines Rohmaterials hat, nicht zollfrei eingeführt werden 
darf, beweist, daß wir den Satz von 1 Taler 10 Silbergroschen als 
einen Erziehungszoll aufzufassen haben. Exakte Daten über den aus 
wärtigen Handel der deutschen Staaten liegen zum erstenmal aus dem 
Jahre 1834 vor, es beträgt im ganzen Zollverein 
1834 
Alauneinfuhr 643 preußische Zentner 
Alaunausfuhr 2384 „ „ 
und wenn uns diese Zahlen auch nichts aussagen über die Wirkung des 
Zolles von 1834, da frühere Daten fehlen, so zeigen sie uns doch, daß 
der Alaunexport den Import bei weitem überwiegt. Die Wirkung der 
ganzen Jndustriebegünstigungsära auf den Alaun ab 1834, deren einzelne 
staatliche und gesetzgeberische Maßnahmen hier nicht angeführt werden 
sollen, also unter anderem auch die Wirkung jenes Erziehungszolles, 
mag folgende Zahlenreihe zeigen: 
Alaunexport und Alaunimport im Deutschen Zollvereins. 
in Preußischen Zentnern 
Einfuhr 
Ausfuhr 
Mehrausfuhr (+) 
Mehreinfuhr (—) 
1834 
634 
2384 
+ 1741 
1835 
812 
1442 
+ 680 
1836 
2451 
981 
— 1470 
1837 
2767 
983 
— 1784 
1838 
5713 
2768 
— 2945 
1839 
4079 
4144 
+ 65 
1840 
3875 
3410 
— 465 
1841 
2391 
3579 
+ 1288 
1842 
4374 
2392 
— 2082 
1843 
7736 
1186 
— 6540 
1847 
2450 
1730 
— 1720 
1852 
4690 
2689 
— 1901 
1853 
3200 
842 
— 2358 
Wir sehen daraus, daß sich die deutsche Alaunindustrie 1834 im 
schweren Konkurrenzkämpfe mit den Alaunimporten befindet, und daß 
trotz des Zolles der Alaunexport zunächst noch sinkt, dann aber, von 
starken Schwankungen abgesehen, eine steigende Tendenz zu besitzen 
0 Dieter!« 1848, Tarif pro 1834—36.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.