Full text : Die Entwicklung der Weißgerberei

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Auftreten  ein  fremdartiges  Gebilde  im  Organismus  der  Gesellschaft
dargestellt  hat,  welches  auch  heute  noch  einen  gewaltigen,  rätselvollen,
schwer  zu  gliedernden  Koloß  bildet,  und  welches  aus  diesen  Gründen
zu  fortwährenden  Problemen  Anlaß  gab  und  immer  noch  nach  allen
möglichen  Richtungen  in  seinen  Organisationen,  seinen  Konzentrationsformen, ­
  sozialer  Frage,  in  der  Kapitalbildung,  in  der  Lösung  technischer
Probleme,  in  den  Fragen  der  Besteuerung  und  des  Eigentumsrechtes,
in  der  Vorbereitung  für  das  Gewerbe  durch  Schulen  usw.  zu  stets  akuten
Problemen  Anlaß  gibt,  ist  seinem  Wesen  nach  eine  höhere,  in  Entwicklung ­
  begriffene  Ökonomie  des  Lebens,  welches  in  uns  in  eine  neue
Phase  seiner  wirtschaftlichen  Existenz  eingetreten  ist;  aber  was  in
unserem  Bewußtsein  lebt,  was  in  unserer  Vorstellung  lebendig  ist,  ist
häufig  nicht  die  Idee  des  Gewerbes  als  rein  ökonomischer  Kategorie,
sondern  der  Geist  verlassener  Entwicklungsformen,  und  ich  kann  mir
sehr  wohl  denken,  daß  einmal  vielleicht  sogar  eine  eigene  Disziplin,  gegründet ­
  auf  den  hier  in  unerschöpflichem  Reichtum  zur  Kombination
gelangenden  weiten  Wissensgebieten,  das  stärker  erwachte  Bedürfnis
nach  einem  eingehenderen  Wissen  und  einem  tieferen  Verständnis  zu
der  wirtschaftlichen  Erscheinung,  welche  wir  „Gewerbe"  nennen,  befriedigt, ­
  und  daß  auch  in  ihr  das  grandiose  Lied  vom  Gewerbe,  welches
immer  lauter  um  uns  tönt,  und  welches  im  modernen  Reiche  der
Schönen  Künste  schon  neue  schöpferische  Taten  zeugt,  einen  Widerhall
findet.  In  der  Entwicklung  zur  Produktionskonzentration,  zur  gesteigerten ­
  Leistungsfähigkeitsintensität,  zur  gesteigerten  Verwendung  der
dritten  räumlichen  Dimension  entstehen  zunächst  die  niederen  Formen
des  gewerblichen  Betriebes,  wo  an  einer  Unzahl  von  diskreten  Stellen
dieser  Entwicklungsprozeß  beginnt;  es  entwickeln  sich  die  Produktionsprinzipien, ­
  sie  wandern  und  verteilen  sich  über  die  Erde,  und  in  einer
großen  Menge  kleiner  Existenzen  setzen  sie  sich  fest,  von  hier  aus  eine
mannigfache  Nachfrage  erzeugend.  Langsam  leitet  sich  die  neue  Bewegung ­
  ein;  aber  dann,  in  letzter  Phase,  folgt  die  eminente  Konzentration; ­
  die  Lebensbedingungen  für  die  neue  Erscheinung  sind  geschaffen,
und  das  vieltausendfältige  ökonomisch-produktive  Leben  der  kleinen
Existenzen,  welche  dann  häufig  nur  noch  als  äußere  Vollzugsorgane
vorwiegend  distributiver  Funktionen  erscheinen,  flutet  zusammen  zu  einer
neuen,  höheren  Form  des  wirtschaftlichen  Seins.  Die  Entwicklung  zum
Handwerk,  zur  Manufaktur,  zur  Fabrik,  von  hier  zu  den  Konzentrationsformen, ­
  den  Kartellen,  Fusionen  usw.,  welche  so  lediglich  eine  noch
höhere  Daseinsform  des  Gewerbes  darstellen,  weiter  die  Entwicklung  zu
den  großen  nationalen  Arbeitsgemeinschaften,  den  modernen  Staaten,
endlich  zur  internationalen  Arbeitsteilung,  dann  die  Produktionskonzentration ­
  auf  dem  kleinsten  Raume  einerseits,  das  Hinausfühlen  mit  dem
            
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