Full text: Die Entwicklung der Weißgerberei

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üblich ist, ihn mit dem Eisen oder mit der Narbenabziehmaschine ab 
zustoßen; denn bei dem letzteren Verfahren wird der Narben zerstört, 
während die Bandmesser-Spaltmaschine einen sehr dünnen und doch 
sehr vollkommenen Narbenspalt liefert, welcher für Buchbinder, Futter 
leder usw. sehr wohl zu verwenden ist. Wir dürfen also jetzt, etwa 
nach einem Jahrhundert, unser Urteil über die Spaltmaschine in etwa 
die Form fassen, welches Keeß damals schon über ihre Verwendung in 
England gefällt hatte, aber mit der Modifikation, daß nämlich die 
Spaltmaschine zwar nicht in allen lederbereitenden Betrieben zu finden 
ist, aber daß sie Eingang in alle Sparten der lederproduzierenden 
Jndustrieen gefunden hat. 
Kurze Erwähnung verdient noch ein Maschinentyp, nämlich der 
der Lederschleif-, Bims-, Dollier-, Bürst- und Glänzmaschinen; schnell 
rotierende Trommeln mit Smirgelbelag oder Steinwalzen aus Sand 
stein oder endlich mit Plüsch oder Filz belegte Bürstentrommeln ver 
richten die Arbeiten des Narbenabziehens, des Lederschleifens, des 
Bürstens und Glänzens, lauter Operationen, welche gerade für die 
Feinleder- und Handschuhlederfabrikation von Bedeutung sind. Das 
Fell wird gegen diese Trommeln oder Walzen entweder mit der Hand 
oder mittels Andruckwalzen, eventuell auch durch elastische Unterlage 
kissen gepreßt. 
Haben wir uns so ein Verständnis verschafft über die Entstehung 
und die Prinzipien der für uns in Betracht kommenden Maschinen, so 
interessiert uns nunmehr die Steigerung ihrer Leistungsfähigkeit. 
Die Leistungsfähigkeit im handwerksmäßigen Betrieb hat ihre obere Grenze 
in der Leistungsfähigkeit der menschlichen Organe; bei der Leistungs 
fähigkeit der Maschine war die obere Grenze der Leistungsfähigkeit, 
wie wir gesehen haben, zunächst nicht gegeben durch die Leistungsfähig 
keit der maschinellen Organe, sondern durch die Art der Zuführung, 
welche, aus handwerksmäßiger Technik entsprungen, eine langsamere 
war, als der Leistungsfähigkeit der maschinellen Organe entsprach. Erst 
wenn eine Zuführungsart gewonnen ist, welche die Leistungsfähigkeit 
der bedienenden Hand und die Leistungsfähigkeit der maschinellen Or 
gane richtig gegeneinander abstimmt, welche also innerhalb des Ganzen 
der einzelnen Maschine für eine entsprechende Harmonie der Leistungs 
fähigkeiten sorgt, ist das Maximum der Leistungsfähigkeit und damit 
höchste maschinelle Ökonomie erreicht. So sehen wir, welch große Auf 
gaben einer maschinellen Technik gestellt sind, welche einerseits ein aus 
dem Geiste der Maschine geborenes Werkzeug höchster Leistungsfähig 
keit schaffen soll, und welche andererseits zwischen diesem Werkzeug und 
der bedienenden Hand, eventuell durch Zwischenschaltung eines richtigen 
Zuführungsapparates, ein natürliches Verhältnis schaffen muß.
	        
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