Full text : Wirtschaft als Leben

Haushalten  und  Unternehmen,  VI.

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jenen  Worten  haftbaren  Inhalte  so  zu  definieren,  wie  es  die  löbliche
Regel  scholastischen  Denkens  verlangt.  Ohne  Selbstbetrug,  der
beliebige  Kürzung  zuließe,  müßte  man  da  eine  tüchtige  Hühnerleiter
von  Definitionen  herunterklettern,  bis  zum  „Undefinierbaren“;  vom
Wortestrug,  durch  den  unser  Denken  von  jeder  einzelnen  Sprosse  fallen
könnte,  und  von  der  Kalamität  des  Wortstreites  ganz  zu  schweigen.
Vor  allem  aber  gilt,  daß  man  diese  Inhalte  entweder  nur  von  Haus
aus  als  bloße  Inbegriffe  definieren  könnte;  was  ja  häufig  genug
geschieht.  Oder  man  müßte  umgekehrt  im  voraus  annehmen,  daß
hinter  dem  Worte  eine  Einheit  steht,  die  unserem  Denken  irgendwie
gesetzt  ist.  Dieser  Doppelfall  entspräche  ungefähr  der  vermeintlichen
Zwickmühle  „Nominalismus-Realismus“;  die  letzteren  Ausdrücke  in
jener  flachen  Alltagsmeinung  genommen,  auf  der  sich  solche  Wortpaare
gern  ausruhen,  nachdem  sie  durch  ungezählte  Definitionen  durchgehetzt
worden  sind.  Eine  vermeintliche  Zwickmühle,  weil  es  doch  um
alles  nicht  nötig  ist,  gleich  im  voraus  eine  Meinung  zu  fassen,  um  dann
nach  dieser  vorgefaßten  Meinung  die  Worte  zu  behandeln.  Man  lasse
es  doch  ruhig  auf  den  einzelnenFall  ankommen,  soweit  es  überhaupt ­
  von  Belang  erscheint,  der  Sache  auf  den  Grund  zu  gehen.  Hier
ist  dazu  nun  Anlaß  geboten.  Mit  der  folgenden  Darlegung  ergreife  ich
also  weder  für  den  „Nominalismus“,  noch  für  den  „Realismus“  Partei;
in  dem  wesentlichen  Sinne,  daß  ich  gerade  in  solcher  Parteilichkeit
den  Grundfehler  sehe.
Für  gewöhnlich  haften  also  jene  Inhalte  sprachflüssig  an  Worten.
Dann  ist  uns  das  eingeschöpfte  Geschehen  ganz  ungreifbar.  Unser
Denken  überläßt  sich  einfach  seinem  Laufe,  es  verliert  sich  gleichsam
in  der  Jagd  seiner  Inhalte.  Aber  wir  können  einen  solchen  Inhalt
jederzeit  etwas  fester  beim  Wortschopf  packen.  Dann  taucht  hinter
dem  Lautbilde  des  Wortes,  z.  B.  also  hinter  „Unternehmung“,  sofort
das  erlebte  Geschehen  empor  1  Zunächst  als  ein  Mancherlei  von  Handlungen, ­
  die  gleichsam  die  Stichproben  sind  ihrer  eigenen  Wiederkehr;
wir  überfliegen  damit  die  ..Muster“  auf  den  sortierten  und  irgendwie
eingefächerten  Paketen.  Freilich  setzt  dies  schon  voraus,  daß  man
solchen  Inhalt  zu  erwischen  weiß,  statt  ganz  am  Worte  zu  kleben  und
buchstabierend  zu  denken;  daß  man  nicht  über  der  Vergangenheit  des
Wortes  die  Gegenwart  seiner  Sache  vergißt  oder  sie  doch  mißversteht,
die  ja  mit  einem  bloßen  Inbegriff  genau  so  vorläge.  Unser  Denken
darf  einfach  dem  Worte  nicht  aufsitzen.  Das  ist  gewiß  kein  schöner
Ausdruck,  aber  die  Sache  verdient  keinen  besseren.
Je  beharrlicher  wir  unser  Bewußtsein  an  diesen  Inhalt  nageln,  je
tiefer  wir  uns  in  ihn  versenken,  desto  reicher  und  zugleich  geordneter
            
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