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dem 8. Jahrhundert Papyrus diesseits der Alpen Wohl nicht mehr in
Anwendung gebracht wird. Da das im ersten Jahrhundert nach Chr.
in China erfundenes, 751 nach Samarkand gebrachtes und erst seit
dem 14. Jahrhundert in Deutschland fabrizierte Papiers nur sehr
allmählich das Pergament völlig verdrängen konnte, so nehmen die
Pergamentmacher durch das ganze Mittelalter hindurch eine ziemlich
wichtige Stellung ein, welche besonders auch durch ihre Beziehungen
zu den Kanzleien, gelehrten Schulen und Universitäten des Interesses
nicht entbehrt, da diese großen Pergamentverbraucher durch besondere
Bestimmungen sich genügende Pergamentlieferungen in geeigneter Größe
und Qualität zu sichern suchten l * * 4 * 6 ). So genau nun auch die Diplomatik
die verschiedenen Pergamentprovenienzen lehrt, so wenig sind die ältesten
Verhältnisse der Pergamentmacher selbst untersucht worden; es wurde
bereits darauf hingewiesen, daß unter den Handwerkern des Klosters
Corbie sich auch ein Pergamenter befindet^), und es mag richtig sein,
die Pergamenter als vornehmlich klösterliche Handwerker zu betrachten;
gerade der Übergang dieses Gewerbes, welches einen Absatz fast nur
in die Klöster und Kanzleien hatte, in die städtische Gewerbeverfassung
könnte interessante Einzelheiten zutage fördern. Die Pergamenter sind
Z. B. 1434 in Danzig noch nicht zünftig °), während sie, wie erwähnt,
in Nürnberg ursprünglich gemeinsam mit dem Handwerk der Jrher
erscheinen. Ob dort die beiden Handwerke nur äußerlich vereinigt
gewesen sind, oder ob der gleiche Handwerker sich mit beiden Produktionsarten
beschäftigte, läßt sich nicht entscheiden. 1337 kommt in
Nürnberg ein H. Permeiter, 1348 ein Wernhart Permeiter vor 7 ); aber
uach den ältesten Nürnberger Meisterbüchern, in welchen die Jrher und
Permiter zunächst noch vereinigt sind, tritt erst seit 1408 der Gegensatz
Zwischen beiden Gewerben klar hervor 8 * ). Völlige Arbeitstrennung scheint
jedoch nur selten eingetreten zu sein. Die Pariser Pergamentmacher
erhielten die fertigen Blößen von den Weißgerbern, um sie nur noch
Zuzurichten, zu bimsen, zu färben usw."), und ähnliche Verhältnisse bestätigt
Halle für Deutschland 10 ). Eine eigentümliche Notiz findet sich
l ) Hirth 1890, S. 266. -) Hirth 1890, S. 269; Hell 1909, S. 89.
3 ) Rvth 1800, Bd. I, S. 57; Wattenbach 1871, S. 93ff.; Bretzlau 1889,
'S. 891.
0 Wattenbach 1871, S. 84; Schauplatz 1775, Bd. II, S. 302 ff - Beckmann 1796,
<5. 301.
6 ) Gfrörer 1866, Bd. II, S. 169—170; Wattenbach 1871, S. 84; Salz-E)urg
1910, S. 310, 512, 514; vgl. auch Bormans 1863, S. 171.
°) Hirsch 1855, S. 298, 323. *) Roth 1800, Bd. III, S. 167.
8 ) Nürnberg 1535, M. ©., 233.
°) Schauplatz 1775, Bd. II, S. 262; 262 Anm.; 300.
10 ) Halle 1762, Bd. II, S. 382.