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allgemein-welthistorischen Momenten wird im allgemeinen bei der Beurteilung
von Handwerksüberfüllung und Erschwerung des Zugangs
zum Handwerk viel zu wenig berücksichtigt.
Bei Anwesenheit des Kaisers Matthias in Nürnberg 1612 zogen
die Bürgerschaft und die Handwerker auf, und unter letzteren befanden
sich 26 Weißgerber *).
1616 endlich wird den Weißgerbern auf ihr Gesuch hin gestattet,
„das sie hinfüro auch frembde Gesellen zu Leerknechten, so da nicht
dörffen Burger werden, gleich andern ungesperrten Handwerckern annemen
möchten" 2 ).
Alle diese Verhältnisse deuten einen weiteren Niedergang des
Handwerks an.
Weitere Zahlen für Nürnberg lassen sich erst wieder ermitteln für
das 18. Jahrhundert 8 ). Es wurden in die Nürnberger Meisterbücher
eingetragen:
Rotgerber
Weißgerber
1700—1720
21-25
4
1721—1740
21
7
1741—1760
17
6
1761—1780
18
5
1781—1800
6
4
Ähnlich liegen die Zahlen für Leipzig,
folgende Meisterzahlen zusammenstellen 4 * * * ):
Notgerber
Es lassen sich für Leipzig
Weißgerber
1623—1635
90
10
1635—1649
ca. 45
—
1664
—
7
1716
36
10
1755
33
8
1770
33
5
1786
39
5
In beiden Fällen sehen
wir die Zahlen ziemlich kontinuierlich
sinken. Im Aachen des 17.
Jahrhunderts gehören die Weißgerber
ebenfalls zu den Zünften, welche vom Rate geordnet werden, ohne daß
sie in den Ratswahlen Einfluß Habens.
Einen Blick in die Lage des Weißgerberhandwerks geben dann
die Akten aus Memmingen am Ende des 17. Jahrhunderts. Als hier
die Weißgerber von den Rotgerbern geschieden werden sollen, führen
sie an: „Allein von dem Weißgärben sich allhie zu ernehren ist schwer
1) Roth 1800, Bd. IV, S. 168.
2 ) Nürnberg 1535,11. Jan. 1616. 3 ) Nürnberg, M. S. H„ H-, Stadtarchiv.
4 ) Junghans 1896, S. 407; Rößig 1803, Bd. II, S. 332.
°) Mitteilung des Stadtarchivs Aachen. Manuskript des Archivars K. F.
Meyer d. I. Aachensche Geschichten, Bd. II.
Ebert. Entwicklung der Weißgerberei. 16