Full text : Die Entwicklung der Weißgerberei

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und  beinahe  unmöglich,  indem  die  wahr  allzutheuer,  darbey  ein  schlechter
Verschleis  ist,  und  weilen  es  ohne  das  übersetzt"  *).  „Die  mehrere  und
vermögliche  Rothgärber  allhier  suchen  die  seperation  unseres  Handwercks
aus  der  tragenden  opiniou  als  wann  wir  Ihnen  mit  dem  rothgärben
großen  schad  und  abbruck  thethen,  da  es  doch  in  veritate  sich  wird  befinden, ­
  das  mancher  Meister...  den  halben  theil  nicht  verarbeitet,  was
er  das  jähr  durch  zuverarbeiten  und  zu  vertreiben  befugt  wäre."  Vor
der  Trennung  verteilten  sich  die  Gerber  derart,  daß  30  Rotgerber,
12  Rot-  und  Weißgerber  und  6  Weißgerber  vorhanden  sind  2 ),  nach
der  Trennung  erscheinen  37  Rotgerber  und  11  Weißgerber  8 ).  Wir
sehen  also  auch  hier  die  größere  Zahl  der  Rotgerber  gegenüber  den
Weißgerbern,  dann  aber  wird  die  bessere  Lage  der  Rotgerber  konstatiert, ­
  und  letzteres  wird  noch  bestätigt  dadurch,  daß  sich  von  den
Rot-  und  Weißgerbern  alle  die,  welchen  es  der  Stand  ihres  Vermögens ­
  gestattete,  zu  den  Rotgerbern  schlugen;  sie  wollten,  wenn  irgend
möglich,  nicht  in  die  sozial  tiefer  stehende  Schicht  der  Weißgerber  sinken,
und  nur  die  schlecht  situierten  mußten  sich  mit  der  Weißgerberei  begnügen. ­

Silberne  Prunkpokale,  prächtige  Laden,  Grabepitaphieen  oder
anderer  wertvoller  Handwerksbesitz  ist  von  Weißgerbern  nicht  erhalten,
und  so  erscheint  auch  diese  Tatsache  als  eine  Bestätigung  alles  dessen,
was  die  Zahlen,  die  Akten  und  Ordnungen  uns  berichten.
Im  17.  Jahrhundert  haben  die  Nürnberger  Weißgerber  bereits
kein  Meisterstück  mehrZ,  und  1684—1741  gehören  zu  den  Aachener
Zünften,  welche  Mitglieder  des  großen  Rates  lieferten,  die  Weißgerber
ebenfalls  nichts.
Im  18.  Jahrhundert  sind  in  Würzburg  die  Lehrling-  und  Aufdinggelder ­
  die  folgenden 8 ).
Rotgerber  und  Lederbereiter:
Meister  Jura.
16  rthlr.  nebst  2  Pfund  wax  zu  der  Kertzen,  zur  Conservieruug  des
Laadens  und  baar  noch  6  rthlr.  dem  Handwerck  für  die  sonst  gewöhnliche ­
  Mahlzeit.
Lehrjungen  aufzudingen  und  ledig  zu  sprechen.
1  Pfund  Wax  an  die  Handwercks  Kertzen.
4  rthlr.  in  die  laaden.
2  rthlr.  denen  Meistern  zum  Verzehren.
1  rthlr.  pro  sigillo  dem  Handwerck,  bey  Expedierung  des  Lehrbriefs.
i)  Memmingen  23.  I.  1680.  2 )  Memmingen  16.  II.  1680.
-)  Vgl.  Memmingen  23.  I.  1680:  15.  III.  1680;  3.  X.  1680;  10.  XI.  1680.
4 )  Nürnberg  17,  68.  6 )  Mitteilung  des  Stadtarchivs  Aachen.
•)  Würzburg,  18.  Jahrhundert,  51,  65.
            
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