Full text : Die Entwicklung der Weißgerberei

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in  Erlangen  gerbten  1792  7  Meister  mit  28  Arbeitern  143  000  Ziegenfelle  *);
letzteres  bedeutet  pro  Mann  nicht  ganz  4100  Stück  jährlich,  oder  pro  Werkstätte ­
  mit  1  Meister  und  4  Gesellen  ca.  20500  Stück.  Weitere  Zahlen
für  französische  Weißgerber  sind  die  folgenden:  1  Meister  mit  4  Gesellen
und  1  Taglöhner  produzierten  jährlich  24  000  Zickfelle,  ein  zweiter  mit
4  Gesellen  und  2  Taglöhnern  40000  Zickfelle,  ein  dritter  mit  5  Gesellen
und  1  Taglöhner  30000  Zickfelle  ^).  Die  Sämischleder-Hausindustrie  im
Petschoragebiet  mit  2,  höchstens  3  Arbeitern,  letztere  vorzugsweise
Familienangehörige,  erzeugt  pro  Familie  jährlich  2000—8000  Stück;
das  sind  pro  Arbeiter  2600  Stück,  allerdings  sämisch.  Die  großen
Gerbereien  mit  höchstens  15  Arbeitern  erzeugen  dort  jährlich  15000  bis
30000  Stück  sämische  Felles.
Nun  daneben  noch  die  Leistungsfähigkeit  kleinerer
Landgerber:  1812  erzeugten  Rothenburger  Weißgerber  jährlich 4 )
I.  200  Stück  Kalbsfelle;  sämtliche  sämisch.
300  Stück  Schaffelle;  teils  weiß,  teils  sämisch.
15  Bockfelle.
II.  100  Stück  Kalbfelle;  sämtliche  sämisch,
200  Stück  Schaffelle;  sämisch,  wenig  für  die  Schuster  weiß.
III.  60—70  Kalbfelle;  fast  alles  sämisch,  nur  sehr  wenig  weiß.
Das  meiste  wird  schwarz  gefärbt.

100-150  Schaffelle.
IV.  100  Kalbfelle.
300  Schaffelle,  davon  100  weißgar,
200  sämischgar.
Diese  Nebeneinanderstellungen  orientieren  uns  über  den  Charakter  der
Manufakturen.  Wir  sehen,  daß  die  Manufakturen  in  ihrer  Leistungsfähigkeit ­
  prozentual  der  Zahl  angestellter  Arbeiter  steigt;  das  ist  ihr
Unterschied  gegenüber  der  Fabrik;  denn  bei  letzterer  steigt  auf  Grund
der  durchgeführten  Produktionsorganisation  die  Leistungsfähigkeit  rascher
als  die  Zahl  der  Arbeiter.  Und  wir  sehen  weiter,  daß  ihre  Leistungsfähigkeit ­
  die  der  angeführten  Handwerker  hauptsächlich  deswegen  bedeutend
übersteigt,  weil  die  Manufaktur  Nebenbeschäftigungen  der  Arbeiter  ausschließt, ­
  während  z.  B.  die  angeführten  Rothenburger  Meister  als  Landgerber ­
  auch  in  der  Ökonomie  beschäftigt  waren;  bezieht  man  die  angeführte
Lübecker  Zahl  auf  1  Meister,  1  Gesellen  und  1  Lehrling  (wir  dürfen
das,  weil  auch  die  oben  angeführte  Produktion  eine  Maximalproduktion
ist),  so  ist  die  Leistungsfähigkeit  ebenfalls  außerordentlich  gering.  Ein
weiterer  Unterschied  gegenüber  dem  deutschen  Handwerk  liegt  in  der

')  Schanz  1881,  S.  93.  2 )  Schanz  1881,  S.  208.
8 )  Berliner  Berichte  1903,  S.  661.
4 )  Rothenburg  1812;  Puplicandum.

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