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wie Kalk und Arsenik. Sie bewirken Leiden der Epidermis und
der Cutis, sie rufen mit der Zeit lokale Sensibilitäts- und Motilitätsstörungen
hervor und verursachen gelegentlich eigentümliche Affektionen
und Geschwüre *).
In letzter Linie müssen wir noch zu sprechen kommen auf die Erkrankungen
der Gerber, welche durch Infektion bewirkt werden können.
Auf die Ungefährlichkeit des Hundekotes habe ich schon hingedeutet;
nach einem Gutachten des Kgl. preußischen Instituts für Infektionskrankheiten
haben die im Hundekot unter Umständen vorhandenen Eier von
9?L6nin6ebin060oou8 durch den laugen Transport aus der Türkei
oder aus China ihre Entwicklungsfähigkeit verloren; ein Beweis dafür,
daß der in der Gerberei verwendete Hundekot die Arbeiter nicht auffällig
geschädigt hat, scheint auch in der Tatsache zu liegen, daß noch
keinem Kliniker eine besonders hohe Erkrankungsziffer der Gerber am
Blasenwurm aufgefallen ist, wie auch in dem Umstande, daß offenbar
den mit Herstellung von künstlichen Mistbeizen beschäftigten Fabrikanten
Fälle solcher Affektionen nicht bekannt geworden sind^).
Ein Punkt, welcher in diesem Zusammenhange wenigstens angedeutet
werden muß, wenn er auch nicht eine direkte und ausschließliche
Gefährdung der Gerbereiarbeiter bedeutet, ist die Übertragung von
Seuchen durch die Einfuhr von Häuten und Fellen solcher
Tiere, welche an übertragbaren Krankheiten gelitten haben. Diese Verhältnisse
sind geregelt im Viehseuchengesetz, die Einfuhr solcher Häute und
Felle ist danach verboten, und die Gerberei hat zum Schutz gegen die
ständige Gefährdung der Viehbestände für genügende Reinigung der
Abwässer und Abfälle Sorge zu tragen^).
Weit wichtiger und brennender noch als die eben besprochenen
Fülle von Infektion, welchen man, soweit eine Gefährlichkeit erkannt ist,
auf gesetzlichem Wege zu Leibe gehen konnte, ist der M i l z b r a n d, welcher
alljährlich trotz strengster Vorsichtsmaßregeln aus der Reihe der in
Gerbereien beschäftigten Arbeiter seine Opfer fordert. Der Milzbrand
wird hauptsächlich übertragen durch Schaf- und Ziegenhäute; er äußert
sich auf der Haut der infizierten Arbeiter durch kleine juckende Pusteln,
welche beim Aufkratzen und Aussaugen der Wunde die Gefahr weiterer Verbreitung
wie auch der Entstehung von Darmmilzbrand mit sich bringen.
Die folgende Statistik aus dem Jahre 1910 über die Milzbrandgefährlichkeit
der verschiedenen Gewerbe mag die Stellung speziell der
Gerberei in dieser Frage deutlich zeigen. Im ganzen sind nach den
eingegangenen Anzeigen (welche wahrscheinlich leider immer noch lücken-9
Layet 1877, S. 20 f., 137.
2 ) Ledermarkt 1911, Nr. 79.
3 ) Ledermarkt 1911, Nr. 98, S. 18 a; 1908, Nr. 36, S. 19.