Full text: Die Theorie der Volkswirtschaft

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schichte wissen wir, daß die Iraner ebenso wie andere Nomaden 
völker in der Tat ihr Territorium vergrößert haben, jedoch ohne 
die Hilfe von Yima, sondern einfach durch die Niederlassung an 
neuen Orten. 
Hackel, wie übrigens die meisten Paläontologen, ist der 
Meinung, daß der südliche Teil Asiens die Wiege der Mensch 
heit war. Von welchem Punkte aber die Menschen auch aus 
gingen, so finden wir, daß sie überall, zu allen Zeiten und bei 
allen Wirtschaftssystemen, danach strebten, sich über ein immer 
größeres Territorium zu zerstreuen, um es möglichst extensiv aus 
nutzen zu können. In Europa führte dieses Bestreben, sich zu 
zerstreuen, zur Aufschichtung verschiedener Stämme, wobei die 
späteren die früheren Einwohner verdrängt oder sich mit ihnen 
vermengt haben. Nicht nur während der paläolithischen Periode 
wechselten die Rassen einander ab, sondern auch in der histori 
schen Zeit fand eine Aufschichtung mehrerer Stämme auf dem 
schon besiedelten Territorium statt. 
Die Hauptbeschäftigung und die wichtigste Nahrungsquelle 
war zur Zeit der Quartärperiode die Jagd. Die Viehzucht und 
der Ackerbau waren damals noch unbekannt.*) Die Jagd auf 
kleine Tiere, das Sammeln von Wurzeln usw. gestatteten nur 
kleinen Horden gemeinsam zu leben, die isoliert voneinander 
wohnten. Unter diesen Verhältnissen konnte nur die Promis 
kuität (ein unterschiedloser Geschlechtsverkehr in der Horde) 
herrschen. Die Tierzähmung und -Züchtung, die Jagd auf 
große Tiere, die bessere Werkzeuge erfordert, und das künst 
liche Aufziehen von Pflanzen ermöglichen die Existenz einer dich 
teren Bevölkerung, die Bildung einzelner Stämme und Gentil- 
organisationen, die untereinander in ständigen Beziehungen 
stehen, durch gemeinsame Jagd und andere Formen der gemein 
samen Arbeit verbunden sind. Allmählich ändert sich das Wirt 
schaftsleben, ändern sich die Formen der Familie, sowie die 
gegenseitigen Beziehungen zwischen Mann und Frau, der die 
Sorge um die Gewinnung von vegetabilischen Nahrungsmitteln 
') D. Niederle, a. a. O., S. 58.
	        
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