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stellt, da das Platzgeschäft dort schon seit Jahren nahezu aufge
hört hatte und Petroleum von den Importeuren an der Börse
überhaupt nicht mehr angeboten wurde 1 ). Die ab 1901 ange
gebenen Preise sind die Hamburger Börsenpreise. — Die rapide
Steigerung seit September 1905 erklärt sich durch die Katastrophen
in Baku. Nicht nur der Trust bez. die D.-A- P.-G., sondern
alle Gesellschaften haben ihre Forderungen in gleichem Masse,
teilweise sogar noch mehr, erhöht. Dass Amerika in dieser Auf
wärtsbewegung die Führung übernahm, ist durch die plötzlichen
unerwartet grossen Abforderungen gerade amerikanischen Oeles
zur Genüge erklärt. Im Dezember 1905 war aber der Höhepunkt
bereits erreicht; mit Beginn des neuen Jahres flauten die Preise
schon wieder ab.
Seit einem Jahrzehnt haben sich die Verhältnisse auf dem
Petroleummarkt wesentlich verschoben. Die D.-A. P.-G. hat das
»Monopol«, das sie Mitte der 90er Jahre besass, verloren und ist
trotz der grössten Anstrengungen, die sie machte und noch macht,
es wieder zu gewinnen, jetzt weiter davon entfernt denn je. Ihre
Gegner sind zu stark geworden. Es will viel heissen, wenn eine
Körperschaft wie die Leipziger Handelskammer, der man Trust
freundlichkeit nicht gerade nachsagen kann, 1904 in einem von Dr.
Rossbach erstatteten Bericht sagt: »Von einem Monopol, das sich
die Gesellschaft (gemeint ist die D.-A. P.-G.) bis zu einem ge
wissen Grade sicher hat erkämpfen wollen, nämlich insoweit, als sie
einen ausschlaggebenden Einfluss auf den Petroleummarkt auszu
üben bemüht war und noch ist, kann nach dem Laufe der Dinge
jetzt keine Rede mehr sein«. Und wenn die Wormser Handels
kammer im Mai 1904 in einer Resolution an das Hessische Mini
sterium und an das Kaiserliche Reichsamt des Innern behauptet:
»Das Kohlensyndikat hat dieselbe monopolisierende Wirtschafts
form zu finden gewusst, welche bei der Behandlung des Petro
leumgeschäftes schon lange beklagt wurde; die Gewerbetreibenden
die Konsumenten aller Art und insbesondere auch die Arbeiter
werden durch diese Massnahmen auf das schwerste geschädigt . . .«,
so ist dies eine Behauptung, die durch die Tatsachen direkt
widerlegt wird. Die einzigen, die durch die Entwicklung des
Petroleumhandels verloren haben, sind die relativ wenigen, ganz
gut entbehrlichen, streng genommen sogar schmarotzenden Zwi-
1) Statist. Mitteilungen betr. Bremens Handel und Schiffahrt. Jahrgang 1901
S. 32.