Full text : Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

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unmöglich  zu  machen,  kam  wenig  über  einen  engen  Kreis  hinaus.
Als  Pendant  zum  Trust  sei  aber  darauf  hingewiesen.
Aber  während  sich  aus  dem  Chaos  der  amerikanischen  Erdölindustrie ­
  das  wunderbar  feste  Gebilde  einer  überragenden
Unternehmung  zusammenballte,  entstanden  im  Bakuer  Oelbezirk
mehrere  Grossfirmen,  von  denen  jedoch  wiederum  zwei  die
weitaus  bedeutendsten  sind:  die  Naphthaproduktionsgesellschaft
Gebr.  Nobel  in  St.  Petersburg  und  die  Kaspi-Schwarzmeergesellschaft,
  hinter  der  die  Pariser  Rothschilds  stehen.  Als  drittgrösste
unter  den  ca.  170  bestehenden  Firmen  wären  Mantaschew  &  Co.
zu  nennen.  Ueber  das  ungefähre  Grössenverhältnis  der  namhafteren ­
  Firmen  zu  einander  gibt  die  folgende  dem  (russischen)  Berichte ­
  der  Bakuindustriellen  (S.  462  f.)  entnommene  Tabelle  (siehe
S.  22)  Auskunft,  die  die  Ausfuhr  aus  Batum  im  Jahrei903  spezifiziert.
Die  Tabelle  gewährt  insofern  kein  richtiges  Bild,  als  der  Export
über  Novorossisk  und  über  das  Kaspische  Meer  garnicht  berücksichtigt ­
  ist;  und  als  deshalb  z.  B.  eine  so  bedeutende  Firma  wie
Tagieff  fehlt.  Sie  ist  aber  übersichtlich  und  lässt,  worauf  es  hier
besonders  ankommt,  das  Uebergewicht  der  drei  grossen  auch
sonst  meist  Hand  in  Hand  gehenden  Firmen  deutlich  erkennen,
die  zusammen  ziemlich  genau  2 / 3  der  Ausfuhr  in  Händen  haben.
Für  die  Leuchtölausfuhr  nach  Russland  selbst  kommt  in  erster
Linie  die  Nobelsche  Gesellschaft  in  Frage,  die  lange  Zeit  in
Russland  das  unbestrittene  Monopol  hatte.
Ueber  die  Anlage  fremden  Kapitals  in  russischen  Petroleumunternehmungen ­
  ist  Sicheres  nicht  zu  erfahren.  Die  Tabelle,  die
Mertens  (S.  427)  gibt,  ist.  sicher  ganz  falsch,  zum  mindesten  aber
sehr  unvollständig.  Die  enorme  Summe  von  155  Millionen  Rubel,
mit  der  englisches  Kapital  beteiligt  sein  soll,  ist  bestimmt  nicht
richtig.  Dass  das  Ausland  an  der  Spitze  steht,  ist  sicher,  doch
ist  der  Schwerpunkt  durch  Rothschilds  Gründungen  (die  Vertriebsgesellschaften ­
  »Kaspi-Schwarzmeergesellschaft«  und  »Masut«)  sowie ­
  duich  seinen  enormen  Besitz  an  ölführenden  lerrains  nach
Frankreich  gerückt  worden.  Auch  sind  andere  französische  sowie ­
  belgische  Kapitalisten  an  kaukasischen  Erdölunternehmungen
mit  grossen  Summen  beteiligt.  Der  Standard  Oil  Trust,  der  in
den  letzten  Jahren  in  Baku  festen  Fuss  fasste,  soll  gleichfalls
wesentliche  Fortschritte  gemacht  haben.
Die  Uebersicht  wird  besonders  durch  den  Umstand  erschwert,
dass  die  Firmen  so  oft  ihren  Namen  ändern.  Noch  häufig  ent-
            
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