sich noch auf unserem Erdboden breit machen
kann?
Ja, das liegt denn doch wohl daran, daß
zur Wirtschaft außer Vohstoffen und Arbeits—
kräften noch ein Drittes gehört: die vernünftige
planvolle Leitung! Die fehlt allerdings
durchaus; und nur darum, weil sie fehlt, sind
Hunderte von Millionen Menschen zu Not
und Elend verurteilt, nur darum haben wir
keine Weltwirtschaft, können also auch keine
lehren, dürfen also auch nicht von Weltwirt—
schaftslehre, sondern nur von Weltwirt-—
schafts lee re reden. Quod erat demonstrandum.
Allerdings werden nun manche Leser mehr
abgeschreckt als ermutigt sein; sie werden das
Fehlen einer solchen Leitung für naturnot—
wendig, also ihre Herstellung und damit die
Herstellung der Weltwirtschaft als gänzlich un—
möglich betrachten. Ich bin da nun entgegen—
gesetzter Meinung und habe diese Meinung
in dem halben Jahrhundert, das ich bisher
der Betrachtung wirtschaftlicher Dinge wid—
men konnte, immer von Neuem bestätigt ge—
funden. Grade die schlimmsten Ausschreitun—
gen der Wirtschaft, die wir in diesen Zeiten
schaudernd mit erlebt haben, erscheinen mir
ähnlich den Krankheitserscheinungen am ein⸗
zelnen Menschen, die der Laie mit Sorge,
Angst, ja Entsetzen betrachtet, während der
kundige Arzt in ihnen den notwendigen
Kampf der Körperorgane gegen die Krank—
heits Ur sachen sieht.
Ich glaube, daß all die Ungeheuerlichkeiten,
die wir in der Wirtschaft erlebt haben, nur
triebhafte Vorversuche der Menschheit, mehr
noch aber der einzelnen Völker sind, die For—
men der Leitung zu finden, die für eine