Full text : Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

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Besitz  der  Regierung  sind  und  auch  ein  grosser  Teil  wichtiger
Röhrenleitungen  in  Staatsverwaltung  steht.  Rothschilds  früheres
Transportmonopol  ist  durch  die  Regierung  gebrochen.  Dagegen
ist  die  Verfrachtung  der  Naphthaprodukte  die  Wolga  hinauf  (Hauptumschlagshafen ­
  Zaritzyn)  allerdings  monopolisiert  und  zwar  durch
Nobel.
3.  Da  kein  Absatzmonopol  errichtet  werden  kann,  entfallen
die  Gründe  zur  Schaffung  eines  Fabrikationsmonopols,  das  übrigens
wegen  der  grossen  Zahl  selbständiger  Fabriken  (allein  52  Grossbetriebe, ­
  die  87  %  des  Rohöls  raffinieren)  auch  nur  unter  den
grössten  Schwierigkeiten  zustande  gebracht  und  aufrecht  erhalten
werden  könnte.
Zu  allen  diesen  Gründen  kommt  noch  der  hinzu,  dass  die
Amerikaner  durch  Geheimverträge,  durch  Paktieren  und  Liebäugeln
mit  einzelnen  Gesellschaften,  auch  durch  eigenes  Kapital  (American ­
  Baku  Consolidated  Co.)  es  verstanden  haben,  einen  festen
Keil  in  den  Konzentrationsprozess  hineinzutreiben.
Die  jetzige  Gestaltung  der  Dinge  kann  man  allerdings  noch
keinesfalls  als  endgültig  ansehen,  und  grössere  Zusammenschlüsse
der  Beteiligten  werden,  wenn  auch  unter  harten  Kämpfen  und
grossen  Opfern,  eintreten  müssen.  Den  Weg,  den  diese  Entwicklung ­
  nehmen  wird,  wird  man  aber  jetzt  noch  kaum  vorzeichnen
können.  Die  jetzigen  Verhältnisse  sind  jedenfalls  auf  die  Dauer
unhaltbar,  das  zeigen  deutlich  die  trotz  der  im  allgemeinen  nicht
gesunkenen,  sondern  eher  gestiegenen  Rohölproduktion  und  trotz
des  sich  immer  mehr  erweiternden  Absatzfeldes  für  die  früher
fast  garnicht  verwertbaren  Rückstände  nicht  günstig,  oft  direkt
schlecht  ausgefallenen  Abschlüsse  der  verschiedenen  Gesellschaften.
So  verteilte  die  grösste  russische  Petroleumfirma,  die  in  Rothschilds ­
  Besitz  befindliche  Kaspi-Schwarzmeer-Gesellschaft,  1901
und  1902  gar  keine,  1903  nur  5  %  Dividende.
Die  Naphthaproduktionsgesellschaft  Gebr.  Nobel,  die  hier,
weil  auch  für  den  deutschen  Markt  in  Betracht  kommend,  etwas
ausführlicher  besprochen  wird,  schüttete  an  Dividenden  in  den
Jahren  1899—1905:  18,  20,  15,  10,  12,  10,  12%  aus.  Gegründet ­
  wurde  sie  1879  mit  3  Millionen  Rubel  Kapital,  das  1880
um  i,  1881  um  2,  1882  um  4  und  1883  um  5  Millionen  Rubel
auf  nunmehr  15  Millionen  Rubel  erhöht  wurde.  Mit  der  zur  Vergrösserung
  des  Betriebes  im  Jahre  1905  aufgenommenen  Hypothek
von  Mk.  32400000  hat  sie  rund  52  Millionen  Mark  Obligationen ­
            
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