Full text : Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

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dieser  neuen  Einnahmequelle  das  Defizit  innerhalb  weniger  Jahre
zum  grossen  Teil  decken  zu  können  hofften.
Diese  Stimmung  war  die  unmittelbare  Veranlassung  zum  Einschreiten ­
  der  Standard  Oil  Company.  Im  November  1900  machte
sie  dem  damaligen  Ministerium  Carp  durch  Vermittelung  der  Diskonto-Gesellschaft ­
  den  Vorschlag,  die  gesamten  staatlichen  sich
als  petroleumhaltig  erweisenden  Terrains  auf  50  Jahre  zu  pachten
und  dem  rumänischen  Staate  zur  späteren  Anrechnung  auf  die
jährlichen  Abgaben  einen  Vorschuss  von  10  Millionen  Lei  (=  ca.
8  Millionen  Mark)  zu  geben.  Ferner  wollte  sie  sich  zur  genauen
Untersuchung  des  ganzen  voraussichtlichen  Oelgebietes  —  ca.
15000  ha  —  verpflichten,  in  den  ersten  8  Jahren  mindestens
7  Millionen  Lei  für  die  Niederbringung  von  Bohrlöchern  anlegen,.
auf  30  Jahre  konzessionierte  pipe  lines  bauen  u.  s.  w.
Wie  oben  kurz  erwähnt,  wurde  dieser  Vorschlag  der  rumänischen ­
  Regierung  durch  die  Vermittelung  der  Diskonto-Gesellschaft ­
  unterbreitet.  Sturdzas  Darstellung  ist  in  diesem  Punkte
nicht  ganz  richtig.  Die  Bank  wollte  nicht  etwa  mit  dem  Trust
zusammen  die  Konzession  erwerben,  sondern  spielte  aus  Anlass
ihrer  langjährigen  Beziehungen  zu  Rumänien  lediglich  auf  Wunsch
der  rumänischen  Regierung  die  Vermittlerrolle.
Die  Vorschläge  der  Standard  Oil  Company  gelangten  jedoch,,
vielleicht  zum  Glück  für  Rumänien,  nicht  zur  Annahme.  Der
Regierung  war  das  Gebot  nicht  hoch  genug;  andrerseits  »schien
das  rumänische  Volk«,  wie  Sturdza  (S.  3  seiner  Broschüre)  sagt,
»die  Gefahr  zu  fühlen,  die  ihm  durch  das  Eindringen  eines
amerikanischen  Trusts  drohe.«  Die  Verhandlungen  zogen  sich  bis
1903  hin  und  zerschlugen  sich  dann.
Jetzt  ging  die  Diskonto-Gesellschaft  auf  eigene  Hand  vor,  und
bald  gelang  es  ihr  denn  auch,  sich  an  verschiedenen  bereits  bestehenden ­
  Unternehmungen  zu  beteiligen  und  so  in  der  Erdölindustrie ­
  des  Landes  festen  Fuss  zu  fassen.  Der  wichtigste  Erfolg ­
  war  der,  dass  sie  sich  die  Kontrolle  über  die  ursprünglich
mit  englischem  Gelde  gegründete  Telega  Oil  Company  verschaffte.
Auch  die  Bustenarii-Petroleum-Gesellschaft  und  mehrere  kleinere
Gesellschaften  wie  den  Conduct  National  gelang  es  ihr,  von  sich
abhängig  zu  machen.
Auch  die  Deutsche  Bank  wendete  der  aufstrebenden  Industrie
ihr  Interesse  jetzt  mehr  zu.  Sie  hatte  sich  in  den  letzten  Jahren
in  dem  aufnahmefähigen  und  kapitalbedürftigen  Lande  stärker
            
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