Full text: Die neuere Entwicklung des Petroleumhandels in Deutschland

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war ebenfalls nur auf 50 Jahre gegründet worden, ihre Konzession 
erlischt 1946. Ihr Aktienkapital betrug 2 Millionen fl. Im Ver 
ein mit den »Pechelbronner Oelbergwerken« und kraft eines 
mit der »Deutsch-Amerikanischen Petroleum-Gesellschaft« ge 
troffenen Uebereinkommens begann sie zur Sicherung und Erhö 
hung ihres Absatzes 1903 mit dem Strassenwagenbetrieb. Es 
stehen also die beiden bedeutendsten elsässischen Gesellschaften 
mit den Amerikanern in enger Verbindung! An Dividenden ver 
teilte die »Walburg« 1897'—1904: 7, 5, 5, 6, o, o, o, 0%. Sie 
förderte 1898: 6815 tons, 1899: 5651 tons, 1901 : 4606 tons, 
1902 : 4598 tons, 1903 : 4023 tons Rohöl. 
Im Dezember 1905 wurde die Gesellschaft für den Preis 
von 1950000 Mark oder 1 170000 fl. verkauft, sodass die 
Aktionäre (es waren 1600000 fl. begeben, während ausserdem 
eine Obligationsanleihe von 500000 fl. bestand) etwa 45 % zu 
rückerhalten. Die Käuferin ist die »Deutsche Tiefbohrgesellschaft« 
A.-G. in Nordhausen. Mitte Juli 1906 gingen auch die Pechel- 
bronner Oelbergwerke durch Kauf in den Besitz der Deutschen 
Tiefbohrgesellschaft über, die also jetzt die gesamte Oelproduktion 
des Eisass in ihrer Hand vereinigt. 
Was endlich den Halle-Zeitz-Weissenfelser Braunkohlenbezirk 
anlangt, so produziert er, wie schon kurz erwähnt, ausschliesslich 
»Solaröl« — ein schweres, auf den gebräuchlichen Lampen schlecht 
oder garnicht brennendes, aus Braunkohlenteer destilliertes Oel. 
Der Teer selbst wird aus bituminösen Erden gewonnen. In Frage 
kommen für die Industrie 9 Unternehmungen mit zusammen 35 
Schwelereien und 13 P'abriken, die sich zu einem Verkaufssyndi 
kat mit dem Sitz in Halle zusammengeschlossen haben. Je nach 
der Ergiebigkeit der gewonnenen Teere schwankt die Produktion 
von Solaröl in den einzelnen Jahren naturgemäss sehr, geht aber, 
wie es scheint, im grossen und ganzen erheblich zurück. Nach 
von befreundeter Seite gewordenen Mitteilungen soll der P'ett- 
gehalt der bearbeiteten Braunkohlenflöze ausserordentlich zurück- 
gegangen sein, und zwar von rund 38% vor 10—15 Jahren auf 
jetzt 5—6 %. Die »Dörstewitz-Rattmannsdorfer Braunkohlen-Ges.« 
produzierte 
1903/04 aus 19030 dz. Teer 789 dz. Solaröl u. Photogen (= ca. 4V7 %) 
1904/05 » 18 366 » » 973 , » (= » s 1 /* %) 
Die A. Riebeck’schen Montanwerke, die weitaus wichtigste Solar 
ölproduzentin des Bezirks, gewannen 1902 aus 27305 tons Teer
	        
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