Full text: Die Zeit der preußischen Freihandelspolitik

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begründete, sagte er, daß der Verkehr mit dem Auslage von ■'**■ 
besonderer Wichtigkeit sei; denn die ergiebigste 
Wohlstandes liege im Handel. Daher sei es für den 
Wohlstand am vorteilhaftesten, wie im Innern so auch im 
Handel mit dem Ausland Freiheit des Verkehrs zu gewähren. 
Ein Prohibitivsystem könne der Lage und den Verhältnissen 
des preußischen Staates unmöglich entsprechen. Die lange 
Küste, die Lage der rheinisch-westfälischen Provinzen eigneten 
dies Land zu einem ausgebreiteten Durchfuhrverkehr und 
Zwischenhandel. ,,Je größer die Freiheit, desto mehr wird man 
dieses Handels sich bemächtigen können; möglichst große 
Einfuhr erweitert den Handel, erleichtert die Ausfuhr, belebt 
die inländische Produktion durch vergrößerten Umsatz, ver 
mehrt die Gelegenheit zum Vertrieb und Absatz unserer eigenen 
Fabrikate im Auslande.“ 
Die Staatsmänner, die den Grund für den Neubau des 
Staates legten, sahen im Handel die Hauptquelle des nationalen 
Wohlstandes und in der möglichst großen Einfuhr einen Segen 
für das Land. Man wird es kaum wagen, diese Staatsmänner 
als Theoretiker zu verurteilen, wenn man bedenkt, wie große 
Praktische Erfolge sie mit der Durchführung ihrer Idee erzielt 
bähen. Wir schulden ihnen viel und vor allem Anerkennung 
ihrer wirtschaftspolitischen Reformen. 
Der damalige Finanzminister von Bülow besorgte die 
Revision der principia, wie es der König gewünscht hatte, 
und diese Revision wird noch weiter von ihm begründet. Seit 
dem dem preußischen Staat mehrere fabrikreiche Länder, 
Sachsen, Westfalen, Niederrhein einverleibt worden seien, die 
einen gewissen Überfluß von Fabrikaten liefern, müsse es Sorge 
der Regierung sein, deren Absatz in fremden Staaten ihnen zu 
erhalten und solchen zu vermehren. Verbote der Zulassung 
fremder Waren würden eine ganz entgegengesetzte Wirkung 
hervorbringen und Wiedervergeltung zur Folge haben, die 
Errichtung von Handelsbündnissen aber ganz unzulässig 
machen. Weit entfernt, daß äußere Konkurrenz die innere 
Fabrikation unterdrücke, gereiche sie dazu, die Fabrikation 
zu vervollkommnen und größere Tätigkeit zu erwecken. Dann 
heißt es wörtlich: „Mangel an Vertrauen des handelnden 
Publikums auf Festigkeit der Regierungsgrundsätze hält Unter-
	        
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