Full text : Die Zeit der preußischen Freihandelspolitik

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Unfälle  der  Zeit.  Das  Streben,  die  Binnenzölle  in  Deutschland
gänzlich  verschwinden  zu  lassen,  rechne  er  somit  unter  die
wohltätigsten  Handlungen,  womit  sich  die  Regierung  beschäftigen
könne,  und  er  versäume  keine  Gelegenheit,  diese  Lehre  zu
predigen.  In  diesem  Sinne  habe  Motz  auch  ihm,  dem  Gesandten,
gegenüber  gesprochen  und  ihn  aufgefordert,  zu  dem  wohltätigen
Werke  beizutragen  und  die  österreichische  Regierung  auf
die  heilsamen  Folgen  aufmerksam  zu  machen,  welche  eine
größere  Freigebung  des  Handels  unfehlbar  nach  sich  ziehen
werde.  Preußen  werde  sehr  gern  die  Hand  bieten,  auch  gegen
Österreich  Erleichterungen  eintreten  zu  lassen,  und  eine  Milderung ­
  der  bisherigen  Strenge  würde  beiderseits  wesentliche
Vorteile  gewähren.  Über  die  Nachteile  des  Prohibitivsystems
sei  man  in  neuerer  Zeit  mehr  als  zur  Genüge  aufgeklärt  worden,
und  besonders  Preußen  habe  erfahren,  welche  Gewinne  ihm  das
Aufgeben  dieses  veralteten  Systems  gebracht  habe.  Die  Folge
sei  ein  richtiger  Bezug  der  Zollgebühren,  ein  immer  zunehmender
Aufschwung  des  Handels,  welchen  jeder  Staat  opfere,  der  sich
zu  sehr  abschließe.
Österreich  aber  war  zunächst  keineswegs  geneigt,  sein  veraltetes ­
  Prohibitivsystem  aufzugeben  und  mit  Preußen  vereint
an  der  wirtschaftlichen  Entwicklung  Deutschlands  zu  arbeiten.
Uie  österreichische  Regierung  ließ  im  Gegenteil  kein  Mittel
unversucht,  um  Preußens  Handelspolitik  zu  durchkreuzen  und
das  Zustandekommen  des  deutschen  Zollvereins  zu  vereiteln.
Als  diese  Bemühungen  sich  als  erfolglos  erwiesen  hatten,  suchte
Metternich  sich  dem  Zollverein  zu  nähern  und  mit  diesem  ein
Zollkartell  zur  Bekämpfung  des  Schmuggels  abzuschließen.
Preußen  aber  konnte  einem  Staat,  der  die  Handelsfeindschaft
Edt  seinem  Prohibitivsystem  sanktionierte,  derartige  Zugeständnisse ­
  nicht  machen.  Die  preußische  Regierung,  wies
die  österreichischen  Anträge  ab,  indem  sie  erklärte,  daß  der
Schleichhandel  ein  Feind  sei,  welcher  durch  ein  gesellschaftliches
Öbel,  nämlich  durch  die  Hemmung  des  Verkehrs  zwischen  den
Staaten,  hervorgerufen  werde.  Dieses  Übel  sei  zwar,  soweit  es
111  unabweisbaren  finanziellen  Bedürfnissen  des  Staates  seine
Entstehung  habe,  keiner  Regierung  zur  Last  zu  legen,  soweit
a ker  ein  Zollsystem  neben  dem  finanziellen  Zweck  hauptsächlich ­
  dahin  gerichtet  sei,  die  Konkurrenz  der  fremden
            
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