12
hause und in der Person des Präsidenten, sondern sogar im Senat.
Ihr Tag war angebrochen, und ein längeres Warten wäre nach
ihrer Ansicht mit politischem Selbstmord gleichbedeutend gewesen.
Die wichtigsten Änderungen in dem Zollgesetz von 1913 betreffen
Zju c k e r und Wolle. Beide Artikel werden in Zukunft
zollfrei zugelassen, und zwar Wolle sofort und Zucker nach Verlauf
von drei Jahren. Nach den Tarifen von 1897 und 1909 betrug
der Zoll auf Zucker 1% cents. Bis l.Mai 1916 soll der Zoll 1% Cents
pro Pfund betragen und von da ab wird er zollfrei. Der Übergangszoll
von 1 Vi cents pro Pfund unterliegt einer Reduktion von
20% auf Zucker aus Kuba, dem größten Importland der vergangenen
und zukünftigen Jahre. In der Bemessung einer dreijährigen
Zwischenzeit liegen folgende Vorteile:
Erstens hat der Fiskus einen Vorteil in dem Hinausschieben
der völligen Freigabe. Der Zuckerzoll trägt erheblich zu den
Zolleinkünften bei. Die Einkommensteuer, die den Verlust an
Zolleinkünften ersetzen soll, wird noch einige Zeit in Anspruch
nehmen, ehe sie voll zur Geltung kommen wird. Die zeitweise
Beibehaltung des Zuckerzolls erleichtert es also dem Fiskus, den
Etat entsprechend einzurichten.
Zweitens, wird den Zuckererzeugern Zeit gegeben, sich den
neuen Verhältnissen anzupassen. Die Produktion von Rohzucker,
gleichviel ob Rohr- oder Rübenzucker ist in unserer modernen
Zeit eine Fabrikations- wie auch eine Extraktivindustrie. Die Abschaffung
des Zuckerzolls zeigt deutlich das Problem der Wahrung
zu Recht erworbener Interessen in einer Industrie, in der große
Kapitalien investiert sind. In allen solchen Fällen ist es wohl gerechtfertigt,
Ermäßigungen hinauszuschieben. Allerdings kann
wohl ein leiser Zweifel bestehen, ob ein solches Programm von
Ermäßigungen bis ans äußerste Ende durchgeführt wird und ob
die Vorbereitungen für den Übergang auch tatsächlich getroffen
worden sind. Letztere Erwägung steht auch dem Plan entgegen,
der oft als der beste zur Bekämpfung scheinbar allzu hoher
Zölle empfohlen wird, nämlich dem, die Ermäßigungen über eine
Reihe von Jahren auszudehnen. Es ist ja auch immer fraglich,
ob sich nicht in der Zwischenzeit die politische Lage ändern wird.
Selbst während der letzten zwei Jahre, als es jedem unpartei-