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Andreas Walther
auf eine neue, dritte Weise, unabhängig von Warenpreisen
wie Budgetbereclinungen, den Wechsel des Geldwertes zu erfassen.
Es käme also auf Bestimmung des Gesamtumsatzes an
(vgl. oben S. 16 f.). Das ist freilich direkt nicht möglich; aber
wenn ohnehin in den Indexziffern die Auflösung in Prozente
erfolgen muß (oben S. 14), so brauchen wir ja gar nicht die
absolute Zahl der Gesamtzirkulation, sondern nur irgendwelche
Reihen, die wieder ihrerseits im Verhältnis des Gesamtumsatzes
sich verschieben. Kemmekek benutzt dazu die Bewegung in
Bevölkerung, Börsenverkehr, Einnahmen von Posten, Eisenbahnen,
Telegraphen, Verbrauch von Kohle, Eisen, Baumwolle usw. 1 ).
Aus der Fülle der ökonomischen Kollektivgebilde wählt er also
diejenigen aus, die für die Intensität der Gesamtbewegung von
symptomatischer Bedeutung sind. Wenn nun diese Beschränkung
nötig sein mag für Messungen des Geldwertes, so führt doch
der Gedanke von selbst weiter zu dem andern, daß für ein Verständnis
des wechselnden Geldwertes (in allgemeinerem Sinn)
vor allem auch diejenigen Kollektivgebilde mitberücksichtigt
werden müssen, die im Gegenteil Störungen und Vergewaltigungen
des natürlichen ökonomischen Lebens bedeuten. Ich meine jene
Erscheinungen, die gerade in besonderem Maße die Aufmerksamkeit
des Historikers auf sich ziehen, den Staatshaushalt, die
Kriegskosten usw.
Nehmen wir aber neben den Einzelpreisen und den Privathaushaltungen
auch diese dritte Gruppe in unsere Untersuchungen
auf, so wird die Frage um so dringender, ob es denn
überhaupt noch erlaubt sein kann, für eine solche Fülle verschiedenartiger
Entwicklungsreihen einen gemeinsamen Durchschnitt
bilden zu wollen. Zu vieles und bei größeren Zeitabständen
zu Verschiedenartiges muß von oben und von unten
her in die Durchschnitte hineinkonzentriert werden. Mit Recht
betont neuerdings Dolleans 2 ) von neuem, daß die Resultate
der Budgetmethode streng genommen natürlich immer nur für die
Bevölkerungsklasse, deren Budget gerade zugrunde gelegt wurde,
1) Tabelle S. 130 f.: The growth of business.
2) Dolleans, La monnaie, Paris 1905 (nach Lexls, Jbb., 3. F., 42. Bd.,
1911, S. 529).