Full text : Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

16

Hypothekargeschäft  eingeführt  und  damit  der  Grund  gelegt  zum  heutigen
Hauptgeschäftszweig  der  Anstalt.  1872  wurden  die  Diskontierung  von
Wechseln,  Anweisungen  und  Warrants,  der  An-  und  Verkauf  von  Wertpapieren ­
  als  neue  Geschäftszweige  auf  genommen,  1889  beteiligte  sich  die
Bank  zum  erstenmal  als  Subskriptionsstelle  bei  Anleihen-  und  Aktienemissionen ­
  und  an  einem  Übernahmesyndikat.  So  fand  Schritt  um  Schritt
der  Ausbau  der  einfachen  Vorschussbank  zu  einem  modernen  Kreditinstitut ­
  statt.  Dank  der  ihr  reichlich  zufliessenden  Obligationen-  und
Spargelder  und  infolge  ihrer  eigenen  bedeutenden  Kapitalvermehrung
konnte  die  Bank  die  weitgehenden  Anforderungen,  die  Hypothekar-,  Darlehens- ­
  und  Kontokorrentgeschäft  an  sie  stellten,  gerecht  werden.  Auf
31.  Januar  1913  weist  die  Bank  bei  10  Millionen  Franken  Aktienkapital
und  4,65  Millionen  Franken  Reserven  eine  Bilanzsumme  von  95,8  Millionen
Franken  auf;  die  Dividende  beträgt  seit  Jahren  8%.
Oft  fanden  neue  Bankgründungen  unter  finanzieller  Mitwirkung
bestehender  grösserer  Institute  statt.  So  wirkten  mit  als  Gründer  der
Aargauischen  Creditanstalt  (1872)  die  Bank  in  Winterthur  und  die
Basler  Handelsbank;  bei  der  Gründung  der  Creditanstalt  Luzern
(1872)  ebenfalls  die  Basler  Handelsbank,  ohne  dass  in  beiden  Fällen  daraus
etwa  eine  dauernde  Beteiligung  sich  entwickelt  hätte.  1)  1902  wurde  unter
Mitwirkung  Genfer  Bankhäuser  die  Banque  de  Depots  et  de  Credit
in  Genf  durch  Übernahme  der  Banque  Genevoise  de  Prets  et  de  Depots
ins  Leben  gerufen.  Ihr  Aktienkapital  wurde  auf  6  Millionen  Franken  festgesetzt, ­
  von  denen  1,2  Milhonen  Franken  sofort  und  weitere  0,8  Millionen
Franken  im  Jahre  1906  einberufen  wurden.  1907  wurde  das  Aktienkapital
auf  10  Millionen  Franken  erhöht,  wovon  50%  einbezahlt  sind.  Die  Banque
de  Depots  et  de  Credit  nimmt  insofern  unter  den  Genfer  Banken  eine
besondere  Stellung  ein,  als  sie  zur  Erleichterung  des  Platzverkehrs  folgende
Spezialabteilungen  übernahm:
1.  Vermittlung  der  monatlichen  Titelausgleichungen  (Liquidation)  zwischen ­
  den  Börsenagenten  und  den  Bankgeschäften;
2.  Vertretung  einer  Anzahl  von  Bankfirmen  in  dem  von  der  Schweizerischen ­
  Nationalbank  geleiteten  Clearing-House;
3.  Eröffnung  von  zinstragenden  Girokonten  für  Banken,  Notariats  und
Regie-Bureaux  und  kommissionsfreie  Besorgung  von  Übertragungen.
Das  Institut  besorgt  daneben  alle  vorkommenden  Bankgeschäfte,
verlegt  sich  aber  hauptsächlich  auf  die  Annahme  von  Geldern  auf  kurzen
oder  langen  Termin  und  auf  die  Diskontierung  von  schweizerischen  und

l )  Vergl.  S.  91.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.