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ausländischen Wechseln. Auch Vorschüsse gegen Hinterlage bilden einen
bedeutenden Zweig seiner Tätigkeit. Im Verwaltungsrat ist die ganze
Haute Banque Genfs vertreten, was unwillkürlich der Geschäftsführung
eine gewisse Autorität verleiht. Das Zutrauen zu dem Institute beruht mit
Recht auf der beständig gewahrten grossen Liquidität; es gibt sich darin
kund, dass die Summe der Depositen und Kontokorrentguthaben 1912
eine Höhe von 30 Millionen Franken erreicht.
Als eine Gründung und ein Tochterinstitut der Societe Generale
pour favoriser le developpement du Commerce etde l’Industrie
en France, Paris, und ihrer Tochtergesellschaften, der Allgemeinen
Elsässischen Bankgesellschaft, Strassburg, und der Societe Framjaise de
Banque et de Depots, Paris, die alle im Verwaltungsrat des neuen Institutes
vertreten sind, entstand 1909 mit Sitz in Lausanne durch Übernahme der
Lausanner Filiale der Allgemeinen Elsässischen Bankgesellschaft die
Societe Suisse de Banque et de Depots. Das Aktienkapital beträgt
auf 30. Juni 1912 25 Millionen Franken, wovon die Hälfte einbezahlt ist.
Daneben existieren für 1 Million Franken Gründeranteile, die der Mutter
gesellschaft, der Societe Generale, überlassen wurden und die kein Stimm-
und Vertretungsrecht gewähren und auch in der Bilanz nicht als Passivum
zu erscheinen haben. Auf sie entfallen vom jährlichen Gewinn 15% des
nach der statutarischen Dotierung der Reserven und der Ausschüttung
einer ersten Dividende von 4% auf die Aktien verbleibenden Restes.
So handelt es sich also tatsächlich bei der Societe Suisse de Banque
et de Depots in Lausanne mit Niederlassungen in Brüssel, Freiburg und
Genf nicht eigentlich um eine im Grunde schweizerische Bank, und wenn
sie bei der Statistik der Schweizerischen Nationalbank doch den schweize
rischen Lokal- und Mittelbanken zugezählt worden ist, so geschah dies,
weil sie eben nicht wie etwa die Genfer Filialen des Credit Lyonnais und
der Banque de Paris et des Pays-Bas als Niederlassung einer französischen
Grossbank, sondern als selbständige Bank mit schweizerischem Hauptsitz
erscheint. J )
Banken, die neben dem Darlehens- und Kontokorrentgeschäft von
Anfang an auch dem Hypothekargeschäft einen grossen Raum gewährten,
sind u. a.:
1858 Vorsichtskasse Biel;
1874 Rheintalische Creditanstalt, Altstätten;
1880 Kreditanstalt Grabs.
*) Allerdings scheint diese selbständige Firmierung von tatsächlichen Filialen der
Auslandbanken aufzukommen, wir erwähnen u. a. noch den am 1. Januar 1913 eröffneten
Cr6dit.de la Suisse fransaise (vormals Ormond & Cie.) gegründet durch den Cr6dit
Anversois, Antwerpen.