Full text : Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

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angenommen  werden  können,  auch  wenn  die  Sicherung  durch  annehmbare
Faustpfänder  fehlt.  Fast  allgemein  ist  die  Erneuerung  der  Eigenwechsel
vorgesehen.
Bei  Gesellschaften,  die  als  Genossenschaften  organisiert  sind,  spielt
etwa,  ähnlich  wie  bei  der  Schweiz.  Volksbank,  der  Stammanteil-Wechsel
eine  Rolle.  So  bestimmen  z.  B.  die  Statuten  der  Bank  in  Langnau,  dass  über
das  Stammanteilguthaben  allein  oder  mit  Einschluss  des  dazu  möglichen
Blankokredites  (der  im  Maximum  gleich  dem  Stammanteilguthaben  sein
kann)  durch  Eigenwechsel  verfügt  werden  kann.
Bei  kleineren  Lokalinstituten  ist  meist  der  Diskontsatz  etwas  höher  als
Fei  den  Grossbanken;  müssen  sie  doch  im  allgemeinen  auch  ihre  fremden
Gelder  teurer  zahlen.  Die  kleinern  Abschnitte  erhöhen  ausserdem  die  Unkosten ­
  des  Wechselgeschäftes,  und  endlich  ist  wohl  noch  eine  kleine  Risiko-Prämie
  gerechtfertigt,  da  dieses  Wechselmaterial  im  allgemeinen  aus  den
Weniger  kapitalkräftigen  Kreisen  der  Handel-  und  Gewerbetreibenden
stammt.
Was  das  Material  anbetrifft,  besteht  natürlich  zwischen  den  einzelnen
Instituten  ein  grosser  Unterschied.  Es  gehören  zur  Gruppe  mittlere  Handelsbanken, ­
  deren  Portefeuillebestand  sich  wohl  nicht  stark  von  demjenigen
einer  schweizerischen  Grossbank  unterscheiden  dürfte,  als  dass  die  ganz
grossen  Abschnitte  etwas  seltener  sind.  Dann  hängt  es  auch  von  der  Art
der  Industrie  und  des  Handels  ab,  deren  Geldverkehr  die  betreffende  Bank
besorgt  und  von  der  Rolle,  die  der  Wechsel  für  diese  Branchen  noch  besitzt.
Es  schreibt  z.  B.  die  Handwerkerbank  Basel  über  ihren  Wechselbestand
in  ihrer  Denkschrift:  „Das  Wechselportefeuille  besteht  jetzt  zum  Teil  aus
Handelswechseln,  d.  h.  aus  Tratten  unserer  Kundschaft  auf  ihre  Abnehmer,
zum  grössten  Teil  jedoch  aus  Diskontopapier  auf  Basel,  die  Schweiz  und
das  Ausland  mit  der  Unterschrift  erstklassiger  Bankfirmen;  dem  Ausland
w ird  stets  dabei  ein  angemessener  Platz  eingeräumt.“
Wie  bedeutend  z.  B.  auch  das  Wechselgeschäft  der  Banque  de  Depots
et  de  Credit,  Genf,  ist,  folgt  daraus,  dass  1912  das  Wechselkonto  einen
Eingang  von  413,13  Millionen  Franken  und
einen  Ausgang  „  397,77  Millionen  Franken  aufwies.
Dass  das  Material  bankfähig  im  Sinne  der  Vorschriften  der  Nationalbank ­
  ist,  beweist  die  Tatsache,  dass  im  gleichen  Jahr  der  Nationalbank  für
15  Millionen  Franken  kurzfristiges  Papier  verkauft  wurde,  d.  h.  für  ca.
150,000  Fr.  per  Tag.
            
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