Full text: Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

74 
2. Das Verhältnis der eigenen Mittel zu den fremden Geldern 
und zu den Verbindlichkeiten überhaupt. 
Dem Verhältnis der eigenen Mittel zu den fremden Gel 
dern wird bei allen Diskussionen über die Massnahmen zur Sicherung der 
Depositen die grösste Aufmerksamkeit geschenkt, ohne dass bis jetzt eine 
Einigung über die notwendige Grösse dieses Verhältnisses erzielt worden 
wäre. Dass die Sicherheit in erster Linie davon abhängt, wie die Bank 
leitung die Geschäfte betreibt, resp. welchen Grad von Sicherheit sie als 
genügend erachtet, ist klar. Da aber diese Qualitäten nicht in der Bilanz 
zum Ausdruck kommen können und in den Geschäftsberichten nicht zum 
Ausdruck gebracht werden wollen, ist der aussenstehende Beobachter auf 
mehr äusserliche Kriterien in der Beurteilung der Sicherheit der fremden 
Gelder angewiesen. Und was wäre da naheliegender, als zu fragen: Wie 
ist das Verhältnis zwischen eigenen Mitteln und fremden Geldern ? Und 
gewiss ergibt sich auf diese Weise ein einigermassen brauchbarer Masstab. 
Kann doch eine Bank mit grossen eigenen Mitteln begangene Fehler oder 
nicht vorherzusehende Verluste durch Hingabe eines Teils dieser eigenen 
Gelder, sei es der Reserven, sei es schlimmsten Falles eines Teiles des 
Aktienkapitals, überwinden. Erst in ganz verzweifelten Fällen werden hier 
die Depositengelder zu Verlust kommen. Ein Institut dagegen mit un 
genügenden eigenen Mitteln, bei dem zwischen eigenen und fremden Geldern 
ein offenbares Missverhältnis besteht, wird bei Verlusten sehr viel schneller 
das Gleichgewicht verüeren, und auch die fremden Geldgeber werden eher 
am Verlust mitzutragen haben. 
Die nachstehenden zwei Zusammenstellungen zeigen das besprochene 
Verhältnis für die Gesamtgruppe in den Jahren 1906 bis 1911 und für das 
letztere Jahr 1911 noch für die einzelnen Untergruppen. 
Die eigenen Mittel umfassen also Nominalkapital und Reserven, unter 
die fremden Gelder fallen Check-, Giro- und Korrespondentenkreditoren- 
Gelder, Kontokorrent-Kreditoren, Obligationen, Pfandbriefe, Kassa 
scheine, sonstige Depositen, Spargelder und für die Jahre 1906 bis 1909 
für einzelne Institute noch der Betrag der emittierten Noten. 
(In 1000 Franken.) 
1906 
1907 
1908 
1909 
1910 
1911 
Total fremde Gelder .... 
749,522 
784,217 
824,075 
862,723 
914,842 
955,739 
Total eigene Gelder .... 
205,833 
220,400 
233,194 
232,569 
270,973 
291,398 
in % der fremden Gelder . 
27,5 
28,1 
28,3 
26,9 
29,6 
30,5 
in % der Verbindl. überhaupt 
25,5 
26,2 
25,9 
25,3 
27,8 
28,3
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.